German Bibliography
DIE ÜBERSICHT ÜBER ALLE ARTIKEL
AUS DER DVG-ZEITSCHRIFT “GESTALTTHERAPIE”
MIT ABSTRACTS UND SCHLÜSSELBEGRIFFEN
Zusammengestellt von Frank-M. Staemmler
© 2003
DEUTSCHE VEREINIGUNG FÜR GESTALTTHERAPIE (DVG), BERLIN
Alle Rechte vorbehalten.
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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe BenutzerInnen,
wir freuen uns, daß Sie diese Zusammenstellung benutzen, und hoffen, sie erleichtert Ihnen die Arbeit beim Recherchieren gestalttherapeutischer Literatur. Sie finden im Folgenden eine Aufstellung aller Artikel, die seit der ersten Ausgabe der “Gestalttherapie”, der Nummer 1/1 (1987), bis heute in dieser Zeitschrift erschienen sind. (Nicht aufgeführt sind Editorials, Rezensionen und kurze Leserbriefe.) Die Informationen sind folgendermaßen angeordnet:
Nach dem/den fett gesetzten
· Namen der Autorin/Autorinnen bzw. des/der Autors/Autoren ist jeweils der
· Titel aufgeführt sowie die
· Ausgabe der “Gestalttherapie”, in der er erschienen ist. Außerdem finden Sie das
· Abstract (entweder aus “Gestalttherapie” selbst oder aus dem CD-ROM-Katalog der “Zentralstelle für Psychologische Information und Dokumentation ZPID” der Universität Trier oder von Frank-M. Staemmler erstellt) sowie einige
· Schlüsselbegriffe, die Ihnen eine Recherche zusätzlich erleichtern sollen. Ein
· Verzeichnis dieser Schlüsselbegriffe, das auch ein Verzeichnis der AutorInnen enthält, schließt die Aufstellung ab.
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Falls Sie irgendwelche Fehler bemerken oder Verbesserungsvorschläge haben, sind wir für Hinweise dankbar. Besonders die AutorInnen der aufgeführten Artikel möchten wir auffordern, die Schlüsselbegriffe durchzusehen und Frank-M. Staemmler zu benachrichtigen, falls sie Änderungen und/oder Ergänzungen für sinnvoll halten.
Zuschriften richten Sie bitte an eine dieser beiden Adressen:
Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie (DVG)
Grünberger Str. 14
D - 10243 Berlin
Tel. 030-74078284
Fax: 030-74078285
e-mail: info@dvg-gestalt.de
oder
Dipl.-Psych. Frank-M. Staemmler
Zentrum für Gestalttherapie
Kardinal-Döpfner-Platz 1
D - 97070 Würzburg
Tel. 0931-58000
Fax: 0931-3538560
e-mail: z.f.g@t-online.de
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Bestellungen
In der DVG-Geschäftsstelle (Anschrift s. o.) können alle lieferbaren Hefte und das Abo direkt bestellt werden. Selbstverständlich sind alle Hefte auch über den Buchhandel zu beziehen.
Außerdem bietet der Verlag
Edition Humanistische Psychologie-EHP
Johannesstr. 22
51465 Bergisch-Gladbach
Tel. 02202-98123-6
Fax 02202-98123-7
mail info@ehp-koeln.com
einen Kopierservice für ausverkaufte Hefte an. Er bietet ferner ein sehr umfangreiches Angebot an Literatur zur Gestalttherapie und ihrem Umfeld sowie einen Versandbuchhandelsservice an.
Die folgende Liste informiert Sie darüber, welche Hefte der Zeitschrift noch lieferbar sind und welche nur als Kopie zur Verfügung gestellt werden können:
JG./NR. LIEFERBAR KOPIE
1987 -/- X
1988/1 -/- X
1988/2 -/- X
1989/1 -/- X
1989/2 X -/-
1990/1 X -/-
1990/2 X -/-
1991/1 X -/-
1991/2 X -/-
1992/1 -/- X
1992/2 X -/-
1992/Sonderh.Forschung X -/-
1993/1 X -/-
1993/2 X -/-
1994/1 X -/-
1994/2 X -/-
1995/1 -/- X
1995/2 -/- X
1996/1 -/- X
1996/2 -/- X
1997/1 X -/-
1997/2 X -/-
1998/1 X -/-
1998/2 X -/-
1999/1 X -/-
1999/2 X -/-
2000/1 X -/-
2000/2 X -/-
2001/1 X -/-
2001/2 X -/-
2002/1 X -/-
2002/2 X -/-
2003/1 X -/-
Der Preis für das Einzelheft/Kopie beträgt € 12,- / CHF 21,20;
pro Jahrgang € 20,- / CHF 34,80.
Bei der Bestellung von mehreren Heften/Kopien, wird für jeweils zwei der Jahrgangspreis berechnet.
Für den Kopierservice werden Pauschalpreise (= Heft-/Abopreis) inklusive Verpackung, Versand und Mehrwertsteuer berechnet.
Arenz, Cäcilia
Übertragung oder Wirklichkeit?
Transference or reality?
Gestalttherapie 1999, 13/2, 11-25
Abstract:
Die Autorin befaßt sich mit einer Sichtweise von Übertragung, die sie für ein Mißverständnis hält. Gemeint ist die Betrachtung von Übertragung als Verzerrung der Realität. Dieses Verständnis liegt nicht nur der traditionell-psychoanalytischen, sondern auch überwiegend der gestalttherapeutischen Herangehensweise an das Phänomen zugrunde. Dem traditionellen Verständnis von Übertragung werden neuere Sichtweisen gegenübergestellt, die mit dem gestalttherapeutischen Prinzip der organismischen Selbstregulation und der schöpferischen Funktion des Selbst übereinstimmen.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Freud, S.; Übertragung; Psychoanalyse; Selbstregulation;
Case study; Freud, S.; Transference; Psychoanalysis; Self regulation;
Barkhausen, Anita
Forschung zwischen Elfenbeinturm und Kontakt – Assoziationen einer Forschungssupervisorin
Research between ivory tower and contact – associations of a female researchsupervisor
Gestalttherapie 2002, 16/1, 125-133
Abstract:
Ist Forschung nicht das genaue Gegenteil von Kontakt? Die zur Tugend erklärte Kontaktlosigkeit? Ausgehend von dieser Frage geht die Autorin fünf gängigen Missverständnissen nach und hinterfragt die scheinbare Negativbeziehung zwischen Gestalttherapie und wissenschaftlicher Forschung. Als Forschungssupervisorin zeigt sie auf, dass auch der Erkenntnisgehalt beim Forschen davon abhängt, wie lebendig die Kontaktprozesse zwischen der forschenden Person und den zu erforschenden Phänomenen verlaufen.
Schlüsselbegriffe:
Forschung;
Research;
Baulig, Inge; Baulig, Volkmar
Die Gestalttherapie als Chance, hyperaktive Kinder zu verstehen, auszuhalten und zu begleiten
Gestalt therapy being a chance to understand hyperactive children, to bear and accompany them
Gestalttherapie 2001, 15/1, 59-68
Abstract:
Das Unverstandene im Umgang mit hyperaktiven Kindern soll in diesem Manuskript in den Vordergrund gerückt werden; im Vergleich der aktuellen Tendenz zur Medikamentierung inhaltlich zu begegnen. Fünf Aspekte im Erleben hyperaktiver Kinder sollen dazu auch im therapeutischen Kontext erwähnt werden und durch Praxisbeispiele konkretisiert werden. Ein differenzierter Zugang zu hyperaktivem Verhalten soll dadurch auf gestalttherapeutischem Hintergrund angebahnt werden. „Es gibt zum Beispiel einen normalen Charaktertypus, bei dem die Impulse anscheinend so schnell in Bewegungen umgesetzt werden, dass kein Platz für Hemmungen dazwischen ist. Dies sind die ‘waghalsigen’ und die sprunghaften Temperamente, die vor Lebhaftigkeit überfließen und im Gespräch sprühen ...” (James, W. 1890, 800, Principles of Psychology; einführendes Zitat in: Holowenko, H. 1999).
Schlüsselbegriffe:
Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS); Hyperaktivität; Kindertherapie; Ritalin;
Attentional Deficit Syndrom (ADHS); Hyperactivity; Children therapy; Ritalin;
Beaumont, Hunter
Prozesse des Selbst in der Paartherapie - Betrachtungen zu einer Gestalttherapie für Paare mit fragilen Selbstprozessen (übersetzt von Jutta Ittner)
Processes of the self in couples therapy – reflections on a Gestalt therapy for couples with fragile self processes
Gestalttherapie 1987, 1/1, 38-51
Abstract:
Unter Einbeziehung der Objektbeziehungstheorie, C. G. Jungs analytischer Psychologie und der dialogischen Philosophie Martin Bubers werden einige theoretische und klinische Aspekte der Praxis der Gestalttherapie mit Paaren neu beleuchtet. Beziehungsprobleme werden als Fragilität des Selbstprozesses aufgefaßt, es handelt sich bei Beziehungsproblemen nicht um Probleme des Ausdrucks, sondern des Kontaktes, häufig entsteht Panik wie beim Fluchtreflex, um das Selbst zu bewahren. Das Aussprechen des “Ich-Du“ im Sinne Martin Bubers ermöglicht zugleich ein stabiles Selbstsystem und eine entwicklungsfähige Beziehung.
Schlüsselbegriffe:
Beziehungsprobleme; Buber, M.; Paartherapie; Jung. C. G.; Kontaktstörung; Objektbeziehungstheorie; Selbstprozesse, fragile;
Problems in relationship; Buber, M; Couples therapy; Jung, C.G.; Contact disturbence; Object-relation-theory; self processes, fragile;
Beaumont, Hunter
Ein Beitrag zur Gestalttherapietheorie und zur Behandlung schizoider Prozesse
A contribution to the theory of Gestalt therapy and to the treatment of schizoid processes
Gestalttherapie 1988, 2/2, 16-26
Abstract:
Ausgehend von einer Kritik der von Perls und Goodman entwickelten Neurosenlehre wird ein Modell zur Behandlung schizoider Prozesse vorgestellt. Dazu wird das theoretische Verständnis dieser Prozesse in einer gestalttherapeutischen Sprache dargelegt. Eine phänomenologisch-klinische Beschreibung schizoider Prozesse wird skizziert, und Empfehlungen für die Gestalttherapie werden abgeleitet.
Schlüsselbegriffe:
Schizoide Prozesse; Theorie der Gestalttherapie; Persönlichkeitsstörung;
Schizoid processes; Theory of Gestalt therapy; Personality disorder;
Beaumont, Hunter
Identität, Kontakt und Middle-Mode Awareness - Einige Implikationen für die Kontakttheorie der Gestalttherapie
Identity, contact and Middle-Mode Awarness – Some implications with respect to the contact theory of Gestalt therapy
Gestalttherapie 1991, 5/2, 16-28
Abstract:
Auf dem Hintergrund gestalttheoretischer und phänomenologischer Konzepte werden Grundlagen einer gestalttherapeutischen Theorie des Kontaktes entwickelt. Dabei wird davon ausgegangen, daß Kontakt nicht als passive Erfahrung einer objektiven Realität, sondern als kreativer Prozeß aufgefaßt werden muß. Zur Charakterisierung der phänomenologischen Struktur des Gewahrseins wird ein “Ich/Nicht-Ich”-Modell vorgestellt. Unterschiede zwischen dem “Ich” im mittleren Modus und den “Ichs” des passiven bzw. aktiven Modus werden skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Identität; Kontakt; Modus, mittlerer;
Identity; Contact; Middle- mode;
Becker, Renate
Weibliche Identität?
Female identity?
Gestalttherapie 1991, 5/2, 5-15
Abstract:
Es wird die These vertreten, daß der Weg, den das abendländische Denken gegangen ist, wegführt von der Vieldeutigkeit der Erscheinungen hin zu einer hierarchischen Ordnung nach Identität und Differenz. Gleichzeitig damit entstand das rationale, identische Ich, das seine eigene Seinsbedingung immer nur über den Ausschluß - und die Abwertung - des anderen herstellen konnte. Es wird gezeigt, wie die Hierarchisierung, die bis hinein in die Sprache geht und gleichzeitig von ihr erzeugt wird, vor allem das Weibliche zu seinem anderen erklärt und ausgeschlossen hat.
Schlüsselbegriffe:
Diskriminierung, sexuelle; Identität, weibliche; Psychologie der Geschlechter;
Discrimination, sexual; Identity, female; Psychology of gender;
Becker, Renate
Plädoyer für die sexuelle Differenz
Pleading for the sexual difference
Gestalttherapie 1995, 9/2, 61-68
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive werden einige grundsätzliche Überlegungen dazu angestellt, wie die geschlechtliche Differenzierung zunehmend auf dem Altar des “allgemeinen Menschlichen” geopfert wurde. Dabei wird die Ansicht vertreten, daß dieser Prozeß beiden Geschlechtern nicht gut bekommen ist. Abschließend werden Konsequenzen für die gestalttherapeutische Arbeit gezogen
Schlüsselbegriffe:
Psychologie der Geschlechter; Sexualität;
Psychology of gender; Sexuality;
Becker, Renate
Gestalttherapie und die Wiederverzauberung der Welt
Gestalt therapy and the reenchantment of the world
Gestalttherapie 1997, 11/2, 58-71
Abstract:
Der Artikel verfolgt zwei Anliegen: Erstens wird unter Rekurs auf historische Schnittstellen und Umbrüche jeder Aspekt der Moderne kritisch beleuchtet, der im wesentlichen dazu beigetragen hat, daß existentielle Fragen nach Einheit, Ganzheit und Sinn ausgelagerten Instanzen überantwortet wurden. Zweitens wird das revolutionäre Potential der Gestalttheorie dargestellt, gerade diese Belange aus dem Bereich des Prinzipiellen zu befreien und wieder in den der subjektiven Verantwortung zu holen. Unter besonderer Berücksichtigung der Schriften des Philosophen Emmanuel Lévinas wird versucht, einen neuen Anstoß zu einer Ethik des Anderen zu geben.
Schlüsselbegriffe:
Kulturkritik; Lévinas, E.; Philosophie; Verantwortung;
Cultural criticism; Lévinas, E.; Philosophy; Responsibility;
Bessel, Klaus
Theorie als Praxis-Hintergrund - Anmerkungen eines From -Schülers zu Theorie, Diagnostik und Introjekt-Angst in der Gestalttherapie
Theory as a practice-background - Annotations by a From- student on theory, diagnostic and introject-fear in Gestalt therapy
Gestalttherapie 1987, 1/1, 31-37
Abstract:
Der Autor verfolgt Froms Darstellung weiter und lenkt den Blick auf den expliziten bzw. impliziten theoretischen Hintergrund gestalttherapeutischer Praxis. Für ihn geht der Verzicht auf die Auseinandersetzung mit der Gestalttheorie einher mit einer Neigung zum Introjizieren. Er beschreibt Nutzen und Notwendigkeit gestalttherapeutischen Hintergrundwissens in der praktischen therapeutischen Arbeit. Zugleich werden für ihn die Grenzen der Theorie und der Gestalttherapie deutlich in der Arbeit mit den sog. früh gestörten Klienten. In der Diskussion diagnostischer Fragen gibt er Hinweise und Fragestellungen für eine reflektierte Erweiterung dieser Grenzen.
Schlüsselbegriffe:
Theorie der Gestalttherapie; Standards, professionelle; Introjektion; Diagnostik; Störung, frühe; Psychologie, Entwicklungs-
Theory
of Gestalt therapy; Standards, professional; Introjection; Diagnostic;
Disorder, early; Psychology, development-;
Blankertz, Stefan
Paul Goodmans Auffassung von Beruf - Zur aktuellen berufspolitischen Diskussion unter Gestalttherapeuten
Paul Goodman`s opinion of the profession – View onto the current discussion among Gestalt therapists
Gestalttherapie 1990, 4/2, 9-16
Abstract:
Unter Bezug auf die sozialkritische Schrift “New Reformation: Notes of a Neolithic Conservative” des Gestalttherapeuten Paul Goodman werden dessen Auffassungen von Beruf skiziert. Dabei wird auf seine humanistische Kritik an einer zentralisierten Wissenschaft und Technologie sowie auf die pädagogische Kritik am öffentlichen Schulwesen eingegangen. Es wird deutlich gemacht, daß der Versuch, eine Zweck- und Wertfreiheit in das staatlich monopolisierte Schul-, Bildungs- und Wissenschaftssystem einzuführen, Teil eines Entfremdungsprozesses ist, in welchem der Beruf sich aufzulösen beginnt. Mit der Rekonstruktion der Auffassungen Goodmans von Beruf soll ein Beitrag zur aktuellen berufspolitischen Diskussion unter Gestalttherapeuten geleistet werden.
Schlüsselbegriffe:
Beruf; Berufspolitik; Goodman, P.;
Profession; Politics of profession; Goodman, P.;
Blankertz, Stefan
Paul Goodman, Gestalt ist
Paul Goodman, Gestalt is
Gestalttherapie 1993, 7/1, 6-8
Abstract:
Der Lebensweg von Paul Goodman, Literat und Mitbegründer des “Institute for Gestalt Therapy”, wird nachgezeichnet. Auf die von ihm veröffentlichten Bücher und deren Einfluß auf die Protestbewegung der sechziger Jahre wird eingegangen.
Schlüsselbegriffe:
Goodman, P.;
Goodman, P.;
Blankertz, Stefan
Paul Goodman, Gestalt ist
Paul Goodman, Gestalt is
Gestalttherapie 1993, 7/1, 10-11
Abstract:
Der Text besteht aus einer Liste bibliographischer Angaben über ausgewählte Texte von und über Paul Goodman.
Schlüsselbegriffe:
Bibliographie; Goodman, P.;
Bibliography; Goodman, P.;
Blankertz, Stefan
“Gestalt Therapy” als Therapie-Kritik - “Falsche Praxis ist keine”
„Gestalt Therapy“ as criticism of therapy – „Wrong praxis is no practice“
Gestalttherapie 1993, 7/1, 37-48
Abstract:
Anhand von Zitaten wird das von Paul Goodman in dem Buch “Gestalt Therapy” entwickelte Konzept der Neurose verdeutlicht. Anschließend wird der Frage nachgegangen, ob der theoretische Teil des genannten Buches Goodman oder F. Perls zugeschrieben werden muß.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaft; Goodman, P.; Neurose; Perls, F. S.; Selbst;
Society;
Goodman, P.; Neurosis; Perls, F. S.;
Self;
Bloomberg, Ischa
Körperarbeit in der Gestalttherapie - Aus der Konzeption und Praxis therapeutischer Weiterbildung
Bodywork in Gestalt therapy - From the conception and the praxis of therapeutical advanced training
Gestalttherapie 1988, 2/1, 45-56
Abstract:
Einige Aspekte der Theorie der Gestalttherapie werden erläutert, die grundlegend für das Verständnis von Kontaktprozessen und die Entstehung von fixierten Gestalten im Körperprozeß sind. Der Umgang mit Kontaktunterbrechungen im Atemvorgang und mit habituellen Verspannungen im Zusammenwirken von Meditation, Körperarbeit und Gestaltarbeit wird skizziert. Darüber hinaus werden typische Körperphänomene bei verschiedenen Formen von Kontaktunterbrechungen (Konfluenz, Introjektion, Projektion, Egotismus) dargestellt und entsprechende therapeutische Implikationen aufgezeigt.
Schlüsselbegriffe:
Atmung; Körperarbeit; Kontaktprozeß; Kontaktunterbrechung; Technik, therapeutische;
Breathing; Bodywork; Contact process; Contact interference; Technique, therapeutical;
Bocian, Bernd
Selbst, Meditation und erotisches Erfassen der Wirklichkeit
Self, meditation and the erotically take of reality
Gestalttherapie 1988, 2/2, 59-68
Abstract:
Gemeinsamkeiten und Differenzen im Verhältnis von Gestalttherapie und östlichen Befreiungsbewegungen werden dargelegt. Anhand des prozeßhaften Selbst-Begriffs werden theoretische Übereinstimmungen benannt und am Beispiel der buddhistischen Achtsamkeits- und der gestalttherapeutischen Gewahrseinsübungen Unterschiede in der Intention verdeutlicht. Der Platz der Gestalttherapie in einem Spektrum des Selbst-Bewußtseins wird kurz skizziert, und die Bedeutung der späteren Arbeiten Wilhelm Reichs für einen die festen Selbst-Grenzen auch praktisch überschreitenden Ansatz wird hervorgehoben.
Schlüsselbegriffe:
Buddhismus; Erotik; Meditation; Reich, W.; Selbst; Selbstkonzept;
Buddhism; Erotic; Meditation; Reich, W. ; Self ; Self-concept;
Bocian, Bernd
Paul Goodman - Ausgewählte Bibliographie
Paul Goodman – selected bibliography
Gestalttherapie 1993, 7/1, 10-11
Abstract:
Eine Auswahlbibliographie der Veröffentlichungen von Paul Goodman, Schriftsteller und Mitbegründer des “Institute for Gestalt Therapy”, wird vorgelegt. Die 42 Titel umfassen die wichtigsten Monographien und Sammelwerke, die in deutscher Sprache erschienenen Arbeiten Goodmans und die deutschsprachig vorliegende Sekundärliteratur.
Schlüsselbegriffe:
Bibliographie; Goodman, P.;
Goodman, P.; Bibliography;
Bocian, Bernd
Karen Horney - Eine Skizze zu Leben, Werk und zur Bedeutung für die Gestalttherapie
Karen Horney – A sketch to her life, work and the importance for Gestalt therapy
Gestalttherapie 1992, 6/1, 5-14
Abstract:
Die persönliche und theoretische Entwicklung von Karen Horney, die den damaligen Psychoanalytiker Friedrich Solomon Perls beeinflußte und somit zur Entstehung der Gestalttherapie beitrug, wird erörtert. Dabei wird auf die bahnbrechenden Arbeiten Horneys aus den Berliner Jahren zur “Psychologie der Frau” aufmerksam gemacht. Ihre Rolle bei der Entstehung der Neopsychoanalyse wird beschrieben, und Parallelen zwischen Auffassungen von Horney und dem Ehepaar Perls werden benannt. Abschließend wird auf die Kritik an Horney eingegangen. Berücksichtigung findet hier nicht so sehr die relativ bekannte Kritik aus dem Kreis der Frankfurter Schule, sondern die bereits 1945 erfolgte Kritik des späteren Mitbegründers der Gestalttherapie Paul Goodman.
Schlüsselbegriffe:
Horney, K.; Geschichte der Gestalttherapie; Goodman, P.; Perls, F. S.; Psychologie der Geschlechter;
Horney, K.; History of Gestalt therapy; Goodman, P.; Perls, F. S.;
Bocian, Bernd
Wider das unhistorische Lesen des Buches Gestalt Therapy - Kritische Anmerkungen zum Artikel von St. Blankertz in Gestaltherapie 1/93
Against the unhistorical reading of the book Gestalt therapy – Critical comments on an article of St. Blankertz in Gestaltherapie 1/93
Gestalttherapie 1993, 7/2, 66-72
Abstract:
In einer Stellungnahme zum Beitrag von Blankertz über das Buch “Gestalt Therapy” (in Gestalttherapie 1993, 7/1) wird zunächst darauf hingewiesen, daß es sich dabei um ein Gemeinschaftsprodukt von F. Perls, L. Perls und P. Goodman handelt. Zum einenden und die gegenseitige Attraktivität bedingenden Hintergrund der AutorInnen gehörte damals das Sympathisieren mit den gleichen Strömungen der psychoanalytischen Bewegung in Bezug auf die analytische Theorie und Praxis. Am Werk W. Reichs und dessen Kritik der Freudschen Aggressions- und Todestriebauffassung wird die These verdeutlicht, daß “Gestalt Therapy” das Erbe einiger der kreativsten Köpfe aus der Psychoanalyse angetreten hat.
Schlüsselbegriffe:
Freud, S.; Geschichte der Gestalttherapie; Gesellschaft; Goodman, P.; Perls, F. S.; Perls, L.; Reich, W.
Freud, S.; History of Gestalt therapy; Society; Goodman, P.; Perls, F. S.; Perls, L.; Reich, W.;
Bocian, Bernd
Gestalttherapie und Psychoanalyse: Zum besseren Verständnis eines Figur-Hintergrund-Verhältnisses - Teil I: Geschichte und Biographie - Revision der Triebtheorie und der Theorie des Selbst
Gestalt therapy and psychoanalysis: for a better understanding of the figure-background-relationship – Part I: History and biography – Revision of instinct theory and the theory of the self
Gestalttherapie 1994, 8/2, 12-36
Abstract:
Im ersten Teil eines Beitrags über das Verhältnis von Gestalttherapie und Psychoanalyse wird die Biographie der Gründer dieser beiden Theorieschulen um bisher nicht veröffentlichte Informationen bereichert. Auf der Grundlage einer Analyse von S. Freuds Ansatz und eines dialektischen Verständnisses der Psychoanalyse wird die gestalttherapeutische Revision der Triebtheorie und der Theorie des Selbst nachgezeichnet.
Schlüsselbegriffe:
Freud, S.; Geschichte der Gestalttherapie; Gesellschaft; Goodman, P.; Perls, F. S.; Perls, L.; Reich, W.
Freud, S.; History of Gestalt therapy; Society; Goodman, P.; Perls, F. S.; Perls, L.; Reich, W.;
Bocian, Bernd
Gestalttherapie und Psychoanalyse: Zum besseren Verständnis eines Figur-Hintergrund-Verhältnisses - Teil II: Revision der analytischen Praxis - Moderne Psychoanalyse, Kleinkindforschung und Gestaltpsychologie
Gestalt therapy and psychoanalysis: for a better understanding of the figure-background-relationship – Part II: Revision of the analytical practice – Modern psychoanalysis, baby research and Gestalt psychology
Gestalttherapie 1995, 9/1, 61-83
Abstract:
Im zweiten Teil eines Beitrags über das Verhältnis von Gestalttherapie und Psychoanalyse stehen Kritik und Revision analytischer Praxiskonzepte im Mittelpunkt. Außerdem wird der Ansatz von F. Perls rückblickend aus Sicht moderner psychoanalytischer Konzepte erörtert. Es wird an historische Kontakte zwischen Gestaltpsychologie und Psychoanalyse erinnert, zu denen auch die Gestalttherapie gehört, und deren Aktualisierung durch die neuere Kleinkindforschung wird verdeutlicht.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie; Gestaltpsychologie; Psychoanalyse; Säuglingsforschung;
History of Gestalt therapy; Gestalt psychology; Psychoanalysis; Baby research;
Bocian, Bernd
Gestalttherapie und Psychoanalyse: Zum besseren Verständnis eines Figur-Hintergrund-Verhältnisses - Teil III: Kulturkritik und Naturphilosophie - Psychoanalyse als Forschungsprojekt und Freud als Symbol
Gestalt therapy and psychoanalysis: for a better understanding of the figure-background-relationship – Part III: Cultural criticism and natural philosophy – Psychoanalysis being a research project and Freud as a symbol
Gestalttherapie 1995, 9/2, 69-83
Abstract:
Im dritten Teil eines Beitrags zum Verhältnis von Psychoanalyse und Gestalttheorie wird die historische Entwicklung des Gestaltansatzes aus der linken Strömung der kulturkritischen Psychoanalyse und einer zivilisationskritischen Naturphilosophie erörtert. Außerdem wird die Gestalttherapie als Figur vor dem Hintergrund einer als schulenübergreifendes Forschungsprojekt verstandenen Psychoanalyse betrachtet.
Schlüsselbegriffe:
Freud, S.; Gesellschaftskritik; Geschichte der Gestalttherapie; Philosophie; Psychoanalyse;
Freud, S.; Social criticsm; History of Gestalt therapy; Philosophy; Psychoanalysis;
Bocian, Bernd
Der Frankfurter Psychoanalytiker Karl Landauer (1887-1945) - Ein vergessener Lehrer von Lore und Friedrich Perls
The Frankfurt psychoanalyst Karl Landauer (1887-1945) – A forgotten teacher of Lore und Friedrich Perls
Gestalttherapie 1997, 11/2, 3-18
Abstract:
In einem psychologiegeschichtlichen Beitrag wird erstmalig für die Gestalttherapie an den vergessenen und 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen gestorbenen Lehranalytiker von Lore Perls, den Frankfurter Psychoanalytiker Karl Landauer (1887 bis 1945), erinnert. Nach einem Abriß seiner Lebensgeschichte werden die Teile seines Werkes vorgestellt, die die Gestalttherapie beeinflußten. Es wird deutlich gemacht, daß Landauer, der direkter Schüler von S. Freud war, für eine sanfte Handhabung der aktiven Psychoanalyse steht, für die Betonung selbständigen Denkens und Fühlens und für die besondere Beachtung der Affekte und der Gebärdensprache.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie; Landauer, K.; Psychoanalyse;
History of Gestalt therapy; Landauer, K.; Psychoanalysis;
Bocian, Bernd
“Es war einmal in Berlin” - Über die Aktualität historischer 'Perlen' des Gestaltansatzes und über eine deutsche Amnesie
“Once a upon a time in Berlin” – About the topicality historical `pearls` of the Gestalt approach and about a german amnesia
Gestalttherapie 2001, 15/2, 3-17
Abstract:
In die Gestalttherapie sind Lebens- und Überlebenserfahrungen der emigrierten deutschen Großstadtavantgarde eingegangen, die der Jetzt-Zeit etwas zu sagen haben. Diese Pioniere der Moderne haben auf vorgeschobenem Posten bereits auf Herausforderungen für ihre Identitätsbildung reagiert, die von heutigen Zeitdiagnostikern als Freiheiten und Risiken einer “Zweiten Moderne “ definiert werden. Unter diesem Blickwinkel werden einige Faktoren des deutschen Lebensweges von Fritz Perls betrachtet, die bisher weit gehend außerhalb der gestalttherapeutischen Wahrnehmung lagen. (Judentum, der Vater, Kriegstrauma, Welterleben der Expressionistischen Generation, Dadaismus und der Einfluss des anarchistischen Psychoanalytikers Otto Gross). Den Schluss bilden einige Informationen über den genaueren Verbleib der engeren Familienmitglieder der ehemaligen Berliner Familie Perls.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie; Gross, Otto; Judentum; Perls, Fritz;
History of Gestalt therapy; Gross, Otto; Judaism; Perls, Fritz;
Bock, Werner; Staemmler, Frank-M.; Müller-Weisel, Angelika; Senden, Mia
Fritz Perls in Supervision - Kritische Analyse eines Transkripts aus “Gestalttherapie in Aktion”
Fritz Perls in supervision - Critical analysis of a transcript of “Gestalt therapy in action”
Gestalttherapie 1992, 6/1, 46-58
Abstract:
Ein Transkript aus dem von Fritz Perls veröffentlichten Buch “Gestalttherapie in Aktion” wird hinsichtlich der verwendeten Techniken, der therapeutischen Strategien und des Kontaktangebotes an den Klienten analysiert. Es wird kritisiert, daß Perls mit immer wieder neuen Inszenierungen versucht, den therapeutischen Prozeß in Gang zu bringen, gleichzeitig aber dessen Entfaltung durch weitere Inszenierungen behindert. Ein durchgängiges Handlungsmodell wird nicht erkennbar. Vielmehr erscheinen die therapeutischen Ansätze verschiedenen Modellen zu entspringen und werden nicht mit dem Klienten zusammen hin auf ihre Relevanz überprüft.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Kontakt; Perls, F. S.; Supervision; Technik, therapeutische;
Relationship, therapeutical; Contact, Perls, F. S.; Supervision; Technique, therapeutical;
Böhme, Gernot
Vertrauen
Trust
Gestalttherapie 1998, 12/2, 24-34
Abstract:
Der Autor begreift Vertrauen als soziologisches Phänomen: ontologisches Vertrauen, dessen fortschreitenden Verlust in der modernen Gesellschaft er in Wechselwirkung mit ihrer zunehmenden Komplexisierung beschreibt. Der Eskalation, die in der gängigen Tendenz zur Etablierung von immer mehr Sicherungen als Kompensation des Vertrauensschwundes liegt, stellt er “Vertrauen als Tugend” gegenüber, ebenfalls fragel, aber mögliche Bedingungen der Bewahrung der Menschenwürde.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaft, moderne; Sicherheit; Vertrauen, ontologisches;
Society, modern; Safety; Trust, ontological;
Bongers, Dieter
Gestalttherapie in der stationären Arbeit mit jungen Straftätern
Gestalt therapy in the inpatient work with young deliquents
Gestalttherapie 1997, 11/1, 70-76
Abstract:
Es wird über Erfahrungen berichtet, die in der stationären gestalttherapeutischen Arbeit mit jungen straffälligen Männern gesammelt wurden. Gestalttherapie wird dabei als psychotherapeutische Orientierung beschrieben, um mit Kriminellen und Süchtigen in besseren Kontakt zu kommen. In diesem Kontext wird der Ausdruck von Gewalt, auch von gegen sich selbst gerichteter Gewalt, als Kontaktstörung verstanden.
Schlüsselbegriffe:
Delinquenz, jugendliche; Gewalt; Rehabilitation;
Delinquency, young; Violence; Rehabilitation;
Brunner, Alexander
Dialogische Verantwortung in der Gestaltberatung
Dialogical responsibility in the Gestalt counseling
Gestalttherapie 2002, 16/2, 62-80
Abstract:
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Verantwortung in gestaltorientierter Beratung. Theoretische Zugänge zum Thema Verantwortung in der Gestaltliteratur werden analysiert und durchleuchtet. Die verschiedenen Aspekte und Zugänge werden an praktischen Beispielen aus der Beratungsarbeit mit Jugendlichen und Eltern veranschaulicht, wobei besonders ein dialogischer und die Verantwortung des Beraters fokussierender Zugang betont wird.
Schlüsselbegriffe:
Beratung; Dialog; Verantwortung;
Counseling; Dialogue; Responsibility;
Buber, Martin
Heilung aus der Begegnung - Zu Hans Trübs gleichnamigem Buch (1951)
Healing by encounter – To Hans Trüb’s book of the same title (1951)
Gestalttherapie 1994, 8/1, 16-18
Abstract:
Der Text ist ein Reprint des von Buber verfaßten Vorworts zu dem Buch von Trüb, in dem er die Rolle des Therapeuten und die therapeutische Beziehung grob skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Dialog; Trüb, H.;
Relationship, therapeutical; Dialogue; Trüb, H.;
Burow, Olaf-Axel
Macht Liebe Macht? - Neue Anforderungen an Psychologen und Pädagogen beim Aufbruch in die Informationsgesellschaft
Makes love power? – New demands for psychologists and teachers in the awakening of information-society
Gestalttherapie 1993, 7/2, 51-65
Abstract:
Die aufkommende Informationsgesellschaft wird als durch einen grundlegenden Wandel des Wertschöpfungssystems, der Arbeitsorganisation und als durch Abbau hierarchischer Machtkonzepte gekennzeichnet beschrieben. Es wird ein Trend zur Überwindung der alten, auf Beherrschung setzenden Macht- und Wissenskonzepte festgestellt. Neue Formen dialogischer Erkenntnisgewinnung, die die ungenutzten individuellen Ressourcen der Beteiligten besser ausschöpfen und synergetisch zusammenführen, werden skizziert. Abschließend werden Perspektiven für eine veränderte gestaltpädagogische und -therapeutische Arbeit entwickelt, die gesellschafts- und kulturanalytische Gesichtspunkte mit Konzepten eingreifender Zukunftsgestaltung verbindet und die zu einem auf Biophilie abzielenden Machtbegriff führen kann.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaft; Kultur; Macht; Ökologie; Wandel, sozialer;
Society; Culture; Power; Ecology; Change, social;
Butollo, Willi
Konfrontation und Kontakt: Integration von Gestalt- und Verhaltenstherapie bei Angststörungen - Eine empirische Untersuchung
Confrontation and contact: Integration of Gestalt- and behaviour therapy in view of fear interferences – an empirical study
Gestalttherapie 1996, 10/1, 60-70
Abstract:
Ausgehend von der Grundhypothese, daß Angststörungen als Phänomene der Gesamtpersönlichkeit der Klienten zu betrachten sind und daß Angsttherapie den Gegenpol zur Angst - Lebendigkeit und Aufregung - suchen und fördern muß, statt sich nur auf das Angstverhalten zu konzentrieren, werden Möglichkeiten der Integration von Gestalt- und Verhaltenstherapie in der Behandlung solcher Störungen analysiert. Dabei werden Daten aus einer noch nicht abgeschlossenen Therapiestudie herangezogen. Die Stichprobe besteht bisher aus 25 Patienten mit Angststörungen. Da Klienten zunächst Angstlinderung erwarten, beginnt die hier untersuchte Therapiesequenz mit einem Modul zur verhaltenstherapeutischen Desensibilisierung. Anschließend wird der Dialog zwischen Therapeut und Klient als Hauptmedium der Therapie zum Thema von Modulen und Gruppensitzungen nach Prinzipien der Gestalttherapie. Für diesen Ansatz sind alternative Forschungsmethoden notwendig, die im einzelnen dargestellt werden. Die vorläufigen Ergebnisse der (noch nicht in allen Fällen abgeschlossenen) Therapien zeigen in allen untersuchten Dimensionen sehr deutliche Verbesserungen.
Schlüsselbegriffe:
Angststörung; Forschung, empirische; Integration; Verhaltensstherapie;
Fear
interferences; Empirical study; Integrations; Behaviour therapy;
Butollo, Willi
Trauma und Selbst-Antwort
Trauma and self-answer
Gestalttherapie 1998, 12/1, 54-68
Abstract:
Der Autor entwickelt ein Modell, wie Traumata psychisch verarbeitet werden können. Er referiert dazu Ergebnisse der Traumaforschung und setzt sie in Beziehung zum Konzept der Selbstprozesse, einen theoretischen Begriff der Gestalttherapie. Anschließend werden therapeutische Strategien skizziert, die eine Heilung bzw. Rehabilitation in Aussicht stellen. Besonders die Arbeit am phänomenologischen Hintergrund der Traumaerfahrung sowie die Rolle von Widerstand bzw. Abwehr werden hier erörtert.
Schlüsselbegriffe:
Rehabilitation; Selbstprozeß; Trauma; Widerstand;
Rehabilitation; Self process; Trauma; Resistance;
Chu, Victor
Psychotherapie nach Tschernobyl
Psychotherapy after Tschernobyl
Gestalttherapie 1987, 1/1, 53-58
Abstract:
Dieser Beitrag ist ein erweiterter und überarbeiteter Teil des Vortrags, den der Autor im März 1987 in Weinheim bei der Tagung des IGW gehalten hat. Er vertritt auf sehr persönliche Weise die Auffassung, daß wir erst dann, wenn wir uns tatsächlich in unsere Todesangst und Ohnmachtsgefühle hineinwagen, an unsere inneren Quellen der Stärke und Kraft gelangen. Anhand von zwei Beispielen wird das Auftreten politischer Verzweiflung in der Psychotherapie verdeutlicht. Ein Heraustreten der Psychotherapie aus dem individuellen in den sozialen Bereich wird gefordert.
Schlüsselbegriffe:
Atomtechnologie; Katastrophen; Partizipation; Todesangst
Atomic technology; Catastrophies; Participation; Fear of death;
Chu, Victor
Das Underdog-Phänomen - Über die Ängste von Psychotherapeuten
The Underdog-Phenomenon – About the fear of psychotherapists
Gestalttherapie 1988, 2/1, 19-30
Abstract:
Das gestalttherapeutische “Topdog-Underdog”-Phänomen wird auf die Psychotherapeuten, ihre Profession, ihre Verbände und Vereinigungen, ihre Macht- und Konkurrenzkämpfe und ihre Unterwerfungen bezogen. Während der erste Teil des Beitrages aus dem Jahr 1980 stammt, wird im zweiten Teil die gegenwärtige gesellschaftliche Situation der Psychotherapie zum Ausgangspunkt genommen, die geprägt ist von der Angst der Psychotherapeuten und einem berufspolitischen Konkurrenzkampf. Es werden Alternativen aufgezeigt, wie der einzelne Psychotherapeut mit dieser Situation in Übereinstimmung mit den Grundlagen der Gestalttherapie umgehen kann.
Schlüsselbegriffe:
Angst; Berufspolitik; Konkurrenz; Macht;
Fear; Politics of profession; Competition; Power;
Chu, Victor
Abschiednehmen in der Therapie - Gedanken zur therapeutischen Beziehung
Farewell in therapy – Thoughts on the therapeutical relationship
Gestalttherapie 1989, 3/2, 59-69
Abstract:
Das Ende der Therapie wird als ein wichtiger Abschnitt der Therapie begriffen. Klient wie Therapeut nehmen jeder auf seine unverwechselbare Weise Abschied voneinander. Hier werden alte Erlebnisse wiederbelebt, Beziehungsphantasien an das Ufer gespült, die Person jenseits der Rollenzuweisung herausgefordert und zugleich eine Zukunft ohne einander entworfen. Die Frage nach dem tieferen Sinn dieser Beziehung taucht auf und will jenseits von therapeutischen Bedürfnissen und Erwägungen beantwortet werden.
Schlüsselbegriffe:
Abschied; Beendigung der Therapie; Beziehung, therapeutische; Trauer
Farewell; Termination of a therapy; Relationship, therapeutical; Sorrow;
Clarkson, Petruska
Gestalttherapie im Wandel
Gestalt therapy changing
Gestalttherapie 1992, Sonderheft Forschung, 5-13 (in englischer Sprache erschienen in: British Gestalt Journal 2/1991, 87-93)
Abstract:
Die gängigen Vorstellungen von Gestalt gründen häufig auf einem ungenauen Verständnis moderner Entwicklungen in der Gestaltpsychotherapie. Viele dieser Entwicklungen wurden nicht für einen breiten Leserkreis veröffentlicht und finden sich nur in der klinischen Praxis einiger Gestalttherapeuten oder in den einschlägigen Fachzeitschriften für Gestalttherapie wieder. Diese ausgewogeneren Konzepte werden auch nicht auf die gleiche populäre Weise verbreitet wie die Konzepte einiger charismatischer Gestalt-Praktiker der Vergangenheit. Man sollte sich davor hüten, irgendein Psychotherapiesystem mit der Praxis einiger weniger seiner Exponenten gleichzusetzen, wie es der Fall ist, wenn man nicht zwischen Fritz Perls' Gestalt und den übrigen Vertretern dieser Gestaltgeneration unterscheidet; oder wenn man alle Gestalttherapeuten der Vergangenheit und der Gegenwart aus der ganzen Welt zusammenwürfelt. Gestalt, wie sie heute in mehreren qualifizierten Zentren praktiziert wird, ist klinisch gesünder und psychologisch fundierter sowie ethisch bewußter als einige ihrer Exzesse in der Vergangenheit und glauben machen könnten.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Diagnostik; Ethik; Forschung; Geschichte der Gestalttherapie; Technik, therapeutische;
Relationship, therapeutical; Diagnostic; Ethics; Research; History of Gestalt therapy; Technique, therapeutical;
Corman-Bergau, Gertrud
Mütterlos
Motherless
Gestalttherapie 1990, 4/1, 54-60
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive wird das Thema Mütterlichkeit diskutiert. Mütterlichkeit steht dabei in einem Raum-Zeit-Körper-Kontinuum. Es wird gezeigt, wie der Wunsch nach Mütterlichkeit in der Alltagserfahrung von Frauen zum Konzept von Überforderung und Schuld wird. Geschlechtsrollenspezifische Fragen werden unter den Aspekten Abhängigkeit und Macht angesprochen. Anregungen für die Therapie werden skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Macht; Mütterlichkeit; Normen, soziale; Psychologie der Geschlechter; Schuld
Power; Motherliness; Standards, social; Psychology of gender; Guilt;
Danzer, Gerhard
Die Zeit und das Selbst-Sein - Ein Essay
Time and the self – An essay
Gestalttherapie 1996, 10/2, 42-45
Abstract:
Im Rahmen dieses Essays wird gezeigt, daß das Nachdenken darüber, was die Zeit ist, zu einem erweiterten Verständnis für die neurotische und für die als gesund aufgefaßte Entwicklung des Selbst führen kann. In Anlehnung an die Gedankenwelt M. Heideggers werden in diesem Zusammenhang Unterschiede zwischen physikalischer und psychologischer Zeitauffassung sowie unterschiedliche Gewichtungen der Zeitdimension erörtert.
Schlüsselbegriffe:
Philosophie; Sinn; Zeit; Zeitperspektive; Zeitwahrnehmung;
Philosophy; Meaning; Time; Time perspective; Time perception;
Dietz, Reiner
Vergnügt wie der Gockel - Der amerikanische Dichter und Naturphilosoph Henry David Thoreau
Cheerful as a cock – The American poet and natural philosopher Henry David Thoreau
Gestalttherapie 1997, 11/2, 51-57
Abstract:
Der Autor beschreibt am Beispiel Thoreaus seine Vorstellungen über die Wirkung, die gute (Fach-)Literatur haben sollte: Anregung zur Lust am eigenständigen Denken statt bloßer Wissensvermittlung.
Schlüsselbegriffe:
Autonomie; Thoreau, H. D.;
Autonomy; Thoreau, H. D.;
Dietz, Reiner
Ausbildung nach dem Gestalt-Prinzip
Education according to the Gestalt-principle
Gestalttherapie 1999, 13/2, 48-56
Abstract:
Der Autor schlägt vor, das Prinzip der Selbstorganisation auf die Gestalt-Ausbildung anzuwenden.
Schlüsselbegriffe:
Ausbildung; Gestalt; Gestaltpsychologie; Selbstorganisation;
Education; Gestalt; Gestalt psychology; Self organisation;
Dreitzel, Hans Peter
Keine Theorie ist unschuldig - Überlegungen zu den Reaktionen auf die Tagung “Gestalttherapie und Selbstorganisation“ im November 1988 in Hamburg
No theory is innocent – Thoughts on the reactions to the conference “Gestalt therapy and self-organisation” in November 1988 in Hamburg
Gestalttherapie 1989, 3/1, 53-57
Abstract:
Die polemischen und sich polarisierenden Reaktionen der Teilnehmer an der Tagung “Gestalttherapie und Selbstorganisation“im November 1988 in Hamburg werden reflektiert. Theoretische Differenzen, die hinter den Spannungen auf der Tagung standen, werden ansatzweise skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Kontaktprozeß; Selbstorganisation; Systemtheorie; Wissenschaft;
Contact process; Self organisation; Systemic Theory; Science;
Dreitzel, Hans Peter
Umweltgewahrsein
Awareness of environment
Gestalttherapie 1991, 5/1, 5-22
Abstract:
Die derzeitige Situation der Umweltzerstörung, eine historische Skizze des Naturverständnisses und die Weise, wie der zivilisierte Mensch auf die Bedrohung reagiert, werden dargelegt. Diese Reaktion wird auf dem Hintergrund betäubter bzw. abgespaltener Angst gestalttherapeutisch reflektiert. Die menschheitsgeschichtliche Situation wird im Licht des Kontaktprozesses gesehen. Fünf Maximen für eine notwendige Bewußtseinsentwicklung werden skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Angst; Bewußtheit; Geschichte; Kontaktprozeß; Ökologie; Umwelt; Umweltverschmutzung; Umweltzerstörung;
Fear; Awareness; History; Contact process; Ecology; Environment; Pollution; Ecocide;
Dreitzel, Hans Peter
Therapeutische Definitionsmacht und dialogische Wirklichkeitskonstruktion
Therapeutical power of definition and dialogic construction of reality
Gestalttherapie 1992, 6/2, 25-34
Abstract:
Der Umgang mit Macht in der Gestalttherapie wird erörtert. Zunächst wird Macht als Merkmal jeder menschlichen Beziehung beschrieben und gegenüber Herrschaft abgegrenzt. Anschließend wird gezeigt, wie Macht in der Therapie und Therapieausbildung in mehr oder weniger bewußter und kontrollierter Form auftreten kann. Es werden Gefahren aufgezeigt, die mit der Verbreitung der Gestalttherapie und der Institutionalisierung der Gestaltausbildung sowie mit dem Bemühen um staatliche Anerkennung verbunden sind. Abschließend wird in acht Thesen zusammengefaßt, welche Konsequenzen sich daraus für die Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie ergeben, falls sie den Grundsätzen von Gestalttherapie treu bleiben will.
Schlüsselbegriffe:
Ausbildung; Berufspolitik; Herrschaft; Macht;
Education; Politics of professions; Rule; Power;
Dreitzel, Hans Peter
Das entschiedene “Ja” und das entschlossene “Nein” - Überlegungen zur Genese und Therapie von Persönlichkeitsfunktionsstörungen
The determined „Yes“and the firm “No” – thoughts on the genesis and therapy of personality dysfunctions
Gestalttherapie 1995, 9/1, 17-27
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive werden Genese und Therapie von Persönlichkeitsstörungen im Überblick erörtert. Einleitend wird betont, daß die Tatsache, daß der Mensch ein selbstreflexives Verhältnis zu sich selbst hat, die anthropologische Wurzel der Persönlichkeitsfunktionen des Selbst ist. Diese bestehen aus Kompetenzen und Identifikationen, die Ergebnis gelungener Kontaktprozesse sind. Für ein gesundes, befriedigendes Person-Umwelt-Verhältnis ist die Fähigkeit wichtig, sich auf vier existentiellen Ebenen immer neu durch Identifikationen zu verankern und zu verantworten:/1 Körper,/2 Gesellschaft, (3) eigene Individualität, (4) Kosmos. Störungen in dieser Fähigkeit führen zu Identifikationsschwächen oder zu falschen Identifikationen. Die gestalttherapeutische Behandlung dieser Störungen ist vor allem die Arbeit an der geschwächten Fähigkeit, dezidiert “nein” bzw. “ja” sagen zu können.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaft; Individualität; Körper; Kontakt; Kosmos; Persönlichkeitsfunktion; Rolle, soziale;
Society; Individualism; Body; Contact; Cosmos; Functions of personality; Role, social;
Dreitzel, Hans Peter
Soziologie der Angst - Vortrag gehalten auf der Konferenz zum 50-jährigen Bestehen der Gestalttherapie über “Angst als Ressource und Störung” am 4. 10. 2001
Sociology of fear – Speech hold at the conference on the occasion of the Fieftieth anniversary of Gestalt therapy about “Fear as a source and an interference” on 4 October 2001
Gestalttherapie 2001, 15/2, 41-58
Abstract:
Gegenstand der Gedanken und Betrachtungen dieses Artikels ist die gesellschaftliche Dimension der Angst. Nicht nur als individuelles, sondern auch als gesellschaftliches Phänomen wird das Thema mit Rekurs auf und Beispielen aus der Geschichte analysiert und eine der hier entwickelten Thesen trägt dem zivilisatorischen Moment der Angst Rechnung. Den Referenzrahmen bilden einmal die gegenwärtigen Ereignisse und die weltpolitische Situation, zum anderen werden gestalttheoretische Überlegungen vor allem von Goodman einbezogen und nicht zuletzt spielt die persönliche Auseinandersetzung mit diesem Thema eine entscheidende Rolle.
Schlüsselbegriffe:
Angst; Gesellschaft; Soziologie;
Fear; Society; Sociology;
Dreitzel, Hans Peter; Jaeggi, Eva
Psychotherapie - Plädoyer für kreative Vielfalt
Psychotherapy – pleading for creative diversity
Gestalttherapie 2000, 14/1, 31-45
Abstract:
Gegen die staatliche und berufsständische Reglementierung und Professionalisierung der Psychotherapie gibt es gute Gründe: Die Klienten werden zunehmend infantilisiert, die Beziehung zwischen Therapeut und Klient wird bürokratisiert, Wissen wird zum (hochdotierten) Monopol weniger und eine lebendige Entwicklung der Psychotherapie insgesamt verhindert. Daher plädieren die Autoren für die Vielfalt eines freien Psychotherapiemarktes, den der Klient selbst auf “Qualität” prüft.
Schlüsselbegriffe:
Berufspolitik;
Politcs of profession;
Drewes, Volker
“Ich liebe, also bin ich” - Ein Essay zur Überwindung des “Spaltungsphänomens” und Schlußfolgerungen für eine mögliche Gestalttherapie- bzw. Kontaktprozeßforschung
“I love, hence I am” – An essay on the overcoming of the “split-personality phenomenon” and conclusions for an eventually applicable Gestalt therapy- or contact-process-research
Gestalttherapie 1992, Sonderheft Forschung, 103-119
Abstract:
Die Wirkung des Spaltungsphänomens auf die bisherige Psychotherapieforschung wird erörtert. Anhand eines Fallbeispiels wird erläutert, welche Prinzipien für eine Gestaltforschung gelten müßten, um das Spaltungsphänomen zu überwinden. Dem liebevollen Engagement der beteiligten Forscher wird dabei die entscheidende Rolle zugemessen. Es wird erläutert, wie Poesie als Ausdrucksmittel in den Forschungsprozeß integriert werden kann.
Schlüsselbegriffe:
Effektivität von Psychotherapie; Fallstudie; Forschung; Forschungsmethoden; Kulturkritik; Psychotherapieforschung; Spaltung;
Efficaciousness of psychotherapy; Case study; Research; Research methods;
Cultural criticism; Psychotherapy research; Split
Dubiel, Helmut
Schuld, Verleugnung und Autonomieverlust - Über ein deutsches Phänomen
Guilt, denial and loss of autonomy – On a german phenomenon
Gestalttherapie 1998, 12/2, 50-59
Abstract:
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Holocaust als deutschem Paradigma für den Einfluß der Vergangenheit auf die Gegenwart. Der Autor zeigt unter Rückgriff auf die Schluldkategorien von Jaspers, daß die Schuldempfindung gleichzeitig ein formendes Element als auch ein Ergebnis des Erinnerns darstellt. Es wird die hypothetische Frage geäußert, ob nicht die Reife eines Kollektives am Umgang mit kollektiver Schuld gemessen werden kann. Die politische Auseinandersetzung mit der Schuldfrage in der frühen Bundesrepublik dient als exemplarisches Feld dieser Hypothese. Der Autor weist hierbei besonders auf die Einbuße moralischer Souveränität der Deutschen in der Nachkriegszeit hin, als Ergebnis der fehlenden Anerkenntnis, zu den Tätern zu gehören.
Schlüsselbegriffe:
Holocaust; Jaspers, K.; Schuld; Geschichte, deutsche;
Holocaust; Jaspers, K.; Guilt; History, german;
Eidenschink, Klaus
Ein Versuch mit der Wahrheit - Gestalttherapeutische Überlegungen mit Nietzsche
An attempt with the truth – Gestalt therapeutical thoughts with Nietzsche
Gestalttherapie 1995, 9/2, 36-50
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive wird die Notwendigkeit einer philosophischen Reflexion der psychotherapeutischen Praxis postuliert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage “Was ist Wahrheit?”. Es wird ein Verständnis von Wahrheit dargelegt, welches gängige Überzeugungen, wann etwas als wahr gelten kann, in Frage stellt. Der Gedankengang wird anhand von Zitaten aus dem Werk von Nietzsche entwickelt. Kernpunkte der Argumentation sind dabei, daß der Wahrheit Rätselcharakter zugesprochen wird und das Kriterium für wahre Aussagen in eine offene Zukunft verlegt wird. Abschließend werden Folgerungen für psychotherapeutische Theorie und Praxis abgeleitet.
Schlüsselbegriffe:
Erkenntnistheorie; Nietzsche, F.; Philosophie; Wahrheit;
Epistemology; Nietzsche, F.; Philosophy; Truth;
Eidenschink, Klaus
Führen ist Stress – Zur Psychologie des Führens
Leadership is stress – The psychology of leadership
Gestalttherapie 2002, 16/2, 3-20
Abstract:
Der Artikel stellt die Hypothese auf, dass der Führungsrolle ein zwangsläufiges Stresspotential innewohnt. Diese These wird begründet, indem ein Zusammenhang gesehen wird zwischen sechs wichtigen psychologischen Grundbedürfnissen und der erschwerten Möglichkeit, diese Bedürfnisse in der Führungsrolle zu steuern und zu befriedigen. Daraus ergeben sich Analysen, welche Auswirkungen diese Prozesse für Führungskräfte haben und welche typischen dysfunktionalen Stressbewältigungsmuster immer wieder zu beobachten sind. Anwendungsbeispiele im Coaching und Hinweise zu Copingstrategien werden durchgängig beschrieben. Der gesamte Ansatz hilft, in Coachingprozessen schnell einen Beratungsfokus zu bilden und aufrechtzuerhalten.
Schlüsselbegriffe:
Bedürfnis; Coaching; Führung; Stress;
Need; Coaching; Leadership; Stress;
Eidenschink, Klaus; Eidenschink, Heika
“Du darfst so bleiben, wie Du bist!” - Zur therapeutischen Haltung und der Paradoxie der Veränderung
“You can be, as you are!” – About therapeutical attitude and the paradoxical theory of change
Gestalttherapie 1992, 6/1, 39-45
Abstract:
Bei der Untersuchung von Wirkmechanismen in der Gestalttherapie wird von der “paradoxen Theorie der Veränderung” ausgegangen, nach der Veränderung von selbst geschieht, gerade dann, wenn man sie nicht mehr will. Es wird dargestellt, welche therapeutische Haltung und welches Beziehungsangebot an den Klienten dieser Theorie entspricht. In einer Diskussion der Schwierigkeiten, die einer solchen Haltung entgegenstehen, wird insbesondere die Problematik behandelt, die jeglicher Veränderungdruck birgt. Es werden einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie dieser auf Seiten des Klienten bzw. des Therapeuten entstehen kann.
Schlüsselbegriffe:
Beisser, A.; Haltung, therapeutische; Paradoxe Theorie der Veränderung;
Beisser, A.; Attitude, therapeutical; Paradoxical theory of change;
Eidenschink, Klaus; Eidenschink, Heika
Ödipus in der Gestalttherapie - Zum Umgang mit der ödipalen Konfliktsituation in der gestalttherapeutischen Praxis
Oedipus in Gestalt therapy – Dealing with the oedipal conflict situations in Gestalt therapeutical practice
Gestalttherapie 1996, 10/2, 64-72
Abstract:
Die therapeutische Behandlung von sexuellen Wünschen innerhalb der therapeutischen Beziehung, der Stellenwert des Themas “Sexualität“ für den Verlauf einer Psychotherapie und der Bezug dieses Themas zum Selbstwertgefühl werden aus gestalttherapeutischer Perspektive erörtert. Dabei werden anhand von Fallbeispielen mehrere Möglichkeiten therapeutischer Interventionen im Hinblick auf unterschiedliche Übertragungssituationen entwickelt.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Selbstwert; Sexualität; Übertragung;
Relationship, therapeutical; Case study; Self-worth; Sexuality; Transference;
Endres, Norbert, & Salber, Wilhelm
Analytische Intensiv-Behandlung (IB)
Analytical intensive-treatment (IB)
Gestalttherapie 2001, 15/2, 59-81
Abstract:
Vorgestellt wird die Analytische Intensivbehandlung als eine durch die Morphologische Psychologie tiefenpsychologisch fundierte Methode, deren Verfahrensbestimmungen sich an der paradoxen Gestaltkonstruktion von Wirklichkeit ausrichten, wie sie vor allem in den Figurationen von Märchen mit ihren zauberischen Wendungen ins Bild gerückt ist. Im Austausch mit Fallbeispielen wird zu zeigen versucht, wie sich die als Verkehrungsanalyse in einem gemeinsamen Werk verstandene Intensivbehandlung jeweils in vier Versionen entwickeln lässt und worin die intensivierenden Faktoren liegen, die sie als Kurztherapie begründen.
Schlüsselbegriffe:
Kurztherapie; Psychoanalyse
Short therapy; Psychoanalysis;
Fleutiaux, Pierrette
Drei Begegnungen
Three encounters
Gestalttherapie 1993, 7/1, 50-54
Abstract:
Die Autorin schildert ihre befreiende Begegnung mit Paul Goodmans Buch “Five years: Thoughts during a useless time” in einer für sie hoffnungslosen Lebensphase und am schwierigen Beginn ihrer schriftstellerischen Laufbahn.
Schlüsselbegriffe:
Goodman, P.;
Goodman,
P.;
Fliegener, Bernd
Wirksamkeitsforschung in der Gestalttherapie - Anpassung oder politisches Handeln?
Research on efficaciousness in Gestalt therapy – Adaptation or political acting?
Gestalttherapie 1992, Sonderheft Forschung, 40-61
Abstract:
Der Autor geht davon aus, daß sich die Komplexität psychotherapeutischen Geschehens einem vollständig wissenschaftlich-operationalisierbaren Zugang entzieht und merkt an, daß Neuerungen und Reformen psychotherapeutisher Praxis selten aus Ergebnissen empirisch-wissenschaftlicher Forschung hervorgegangen sind. Forschung dient oftmals nur einer nachträglichen Begründung oder Überprüfung solcher Schritte. Nach einem kurzen Rückblick auf die bisherige Psychotherapieforschung folgt eine eingehende Kritik psychometrischer Modellbildung. Der Autor plädiert für eine kritische Form der gestalttherapeutischen Wirksamkeitsforschung im Sinne einer Kontaktaufnahme mit dem politischen Umfeld, zumal sich Annäherungstendenzen anderer Therapierichtungen an die Gestalttherapie abzeichnen. Abschließend werden Vorschläge zur Durchführung einer Wirksamkeitsforschung in der Gestalttherapie skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Effektivität von Psychotherapie; Forschungsmethoden; Psychotherapieforschung;
Efficaciousness of psychotherapy; Research methods; Psychotherapy research
Frambach, Ludwig
Salomo Friedländer/Mynona (1871-1946) - Ausgrabung einer fast vergessenen Quelle der Gestalttherapie
Salomo Friedländer/ Mynona (1871-1946) – Discovery of an almost forgotten source of Gestalt therapy
Gestalttherapie 1996, 10/1, 5-25
Abstract:
Der Einfluß von S. Friedländer (1871 bis 1946), dem ersten “Guru” von F. Perls, auf die Entwicklung des gestalttherapeutischen Ansatzes wird aus psychologiegeschichtlicher Perspektive erörtert. Dabei wird deutlich gemacht, daß seine polare Philosophie der “Schöpferischen Indifferenz” ein zentrales Grundmotiv liefert, dessen Struktur sich in vielerlei Hinsicht nachweisen läßt, besonders aufschlußreich im “Fünf-Schichten-Modell” der Neurose. Leben und Werk von Friedländer werden detailliert dargestellt. Seine Philosphie, die Perls als das westliche Aequivalent zur Lehre von Lao-Tse verstand, ist für die Gestalttherapie eine klärende Grundlagentheorie, die weitreichende Perspektiven eröffnet.
Schlüsselbegriffe:
Friedländer, S.; Geschichte der Gestalttherapie; Philosophie;
Friedländer, S.; History of Gestalt therapy; Philosophy;
Frambach, Ludwig
Die Psychologie des Gartenzwergs - Psycho-soziale Studie über eine kleine Existenzform von großer Bedeutung
The psychology of a garden gnome – Psycho-social study on a small mode of existence of great importance
Gestalttherapie 1998, 12/1, 104-112
Abstract:
Diese lange überfällige Studie zum Phänomen des Gartenzwergs ist nun endlich erstellt. Sie beschreibt in liebevoller Nähe zum Subjekt und mit einem untrüglichen Sinn für die wesentlichen Details jener kleinen Existenzform Freud und Leid der Kleinen im Lande der Großen.
Schlüsselbegriffe:
Glosse;
Gloss;
Franzen, Gabriele Maria
“Werden Sie wieder reagierbereit!” - Elsa Gindler (1885 - 1961) und ihre Arbeit
“Get ready again for reaction”- Elsa Gindler (1885 - 1961) and her work
Gestalttherapie 1995, 9/2, 3-19
Abstract:
Elsa Gindler (1885 bis 1961) gilt als Wegbereiterin der Körpertherapie. Sie erforschte seit 1917 eigenständig das Zusammenspiel von äußerer Bewegung und Atem mit innerem Beteiligtsein, Bewußtseinsmodus und menschlichem Wachstum. Wegweiser im Erproben neuen Verhaltens sind die eigenen Körperempfindungen und der spontane Atem. Dabei entdeckte sie die Bedeutung von wachem Gewahrsein und Tiefenkontakt, organismischer Selbstregulation und die Bedingungen für ihr Auftreten. Zentrale Aspekte ihrer Arbeit werden im Überblick dargestellt. In den dreißiger Jahren verstreute sich ihre zum Teil berühmte Schülerschaft in die Emigration. Gindlers bisher noch nie zusammengestellter Einfluß auf die damalige Berliner pädagogische und psychoanalytische Szene und die Kongruenz ihrer Lebensführung im Nationalsozialismus mit den Ergebnissen ihrer Arbeit werden gewürdigt. Insbesondere über ihre Schülerin Charlotte Selver und deren “Sensory Awareness”-Konzept kam es zum bisher noch nicht ausreichend dargestelltem Einfluß auf Laura und Fritz Perls und auf die Formulierung der Gestalttherapie.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie; Körperbewußtheit; Gindler, E.; Selver, C.; Technik, therapeutische;
History of Gestalt therapy; Body awareness; Gindler, E.; Selver, C.; Technique, therapeutical;
Frech, Hartmut-W.
“Erwachter Geist” und das Selbstkonzept in der Gestalttherapie - Meditation und Entwicklung des Bewußtseins im Lichte von buddhistischer Psychologie und Gestalttherapie
„Awakaned mind“and the conception of our self in Gestalt therapy – Meditation and development of the consciousness in the light of Buddhist psychology and Gestalt therapy
Gestalttherapie 1995, 9/1, 47-60
Abstract:
Das buddhistische Konzept der Erleuchtung und das Selbstkonzept in der Gestalttherapie werden im Überlick erörtert. Einleitend wird darauf hingewiesen, daß die menschliche Existenz gekennzeichnet ist durch die Dualität von Selbst und Umwelt. Viele Menschen verbinden Hoffnungen und Erfahrungen mit ganz anderen Formen des In-der-Welt-Seins, die die buddhistische Psychologie als “erwachten Geist” bezeichnet. In vielen spirituellen Traditionen finden sich Meditationspraktiken, die zur Erreichung eines solchen Zustands behilflich sein sollen. Nach Darstellung der Selbstbegriffe in der klassischen Psychologie und im Buddhismus wird untersucht, inwieweit die Theorie der Gestalttherapie mit ihrem prozeßorientierten Selbstkonzept eine Brücke zu spirituellen Erfahrungen und Methoden bieten kann, auch wenn sich eigentlich dieser Bereich menschlichen Seins unserer traditionellen Konzeptualisierung verweigert.
Schlüsselbegriffe:
Buddhismus; Meditation; Prozeß; Religion; Selbst; Selbstkonzept; Spiritualität;
Buddhism; Meditation; Process; Religion; Self; Conception of our self; Spiritualism;
Frech, Hartmut-W.
Gestalt im Feld - Theoretische und gesellschaftliche Herausforderungen
Gestalt in the field – Theoratical and social challenge
Gestalttherapie 2000, 14/2, 3-19
Abstract:
Der Blick auf die zukünftigen Möglichkeiten von Gestalttherapie führt den Autor zu einem Plädoyer für eine Erweiterung der Anwendungsbereiche des Gestalt-Ansatzes über das therapeutische Feld hinaus. Unter den anstehenden Aufgaben eines solchen Projektes diskutiert er in diesem Artikel einerseits die Notwendigkeit der Erweiterung der theoretischen Konzepte von Gestalt (anhand ihre Begriffes von Aggression); andererseits zeigt er, wie der Gestalt-Ansatz zur Analyse gegenwärtiger gesellschaftlicher Realität nutzbar gemacht werden kann.
Schlüsselbegriffe:
Aggression; Feld; Gesellschaft; Gestalt; Grenze;
Aggression; Field; Society; Gestalt; Border;
From, Isadore
Gestalttherapie und “Gestalt” - Betrachtungen über Gestalttherapie nach 32 Jahren Praxis
Gestalt therapy and “Gestalt” – Views on Gestalt therapy after 32 years of practice
Gestalttherapie 1987, 1/1, 5-10
Abstract:
Der Autor beschreibt den Niedergang der Gestalttherapie zu der hauptsächlich an Therapietechniken orientierten “Gestalt” im Kontext ihrer historischen Entwicklung (Perls und die 'Growth Centers'). Im Verzicht auf die Aneignung der v. a. von Paul Goodman formulierten Theorie der Gestalttherapie sieht er eine wesentliche Erklärung für die vielfältigen Fehlformen von “Gestalt”. Er erläutert dies an den Beispielen: Theatralisierung und “Gestalt”-Vokabular, Hot-Seat-Technik, psychosomatische Spaltung, Traumdeutung sowie der vorschnellen Verbindung von “Gestalt” mit anderen Therapieverfahren. Hinweise des Autros auf eigene Weiterentwicklungen von Theorie und Praxis der Gestalttherapie (Traumdeutung, Diagnostik) schließen sich an.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie; Techniken, therapeutische; Übertragung; Traumarbeit;
History of Gestalt therapy; Techniques, therapeutical; Transference; Dreamwork;
Fuhr, Reinhard
Gestalt versus Gestalttherapie - Eine irreführende Alternative
Gestalt versus Gestalt therapy – A misleading alternative
Gestalttherapie 1987, 1/1, 11-16
Abstract:
Angeregt durch I. Froms Kritik an der sich verbreiternden, degenerierten Form von Gestalttherapie als “Gestalt” untersucht der Autor die Elemente “Gestalt”, “Gestalttherapie”, “Gestalttheorie“, “Gestaltphilosophie” und die Zusammensetzungen von “Gestalt und ...” in ihrer Bedeutung für das eigene Selbstverständnis. Er arbeitet die für ihn unverzichtbaren, gemeinsamen Prinzipien der verschiedenen Erscheinungsformen von “Gestalt” heraus und sieht in der Verknüpfung der sich unterscheidenden Elemente die fruchtbarste Möglichkeit einer professionell gesicherten und theoretisch reflektierten Weiterarbeit.
Schlüsselbegriffe:
Begegnung, existenzielle; Gestaltpädagogik; Philosophie; Theorie und Praxis;
Encounter, existential; Gestalt pedagogics; Philosophy; Theory and practice;
Fuhr, Reinhard
Gestaltpädagogik - Ein Positionspapier
Gestalt pedagogics – A position paper
Gestalttherapie 1988, 2/1, 64-65
Abstract:
Gestaltpädagogik wird als die gestaltphilosophisch und gestalttherapeutisch begründete Praxis in pädagogischen Handlungsfeldern verstanden. Ausgehend von einem Überblick über relevante theoretische Konzepte der Gestalttherapie werden Prinzipien der Gestaltung und Reflexion gestaltpädagogischen Handelns beschrieben. Auf Aspekte einer gestaltpädagogischen Aus- und Fortbildung wird eingegangen.
Schlüsselbegriffe:
Ausbildung; Gestaltpädagogik
Education; Gestalt pedagogics
Fuhr, Reinhard
Jenseits von Kontaktprozessen - Über ethische und existentielle Dimensionen in der Gestalttherapie
Beyond contact processes – About ethical and existential dimensions in Gestalt therapy
Gestalttherapie 1992, 6/1, 25-38
Abstract:
Ausgehend von einer Zusammenfassung gestalttheoretischer und konstruktivistischer Grundannahmen über das Zusammenspiel von Vorder- und Hintergrund werden ethische Dimensionen der Beziehung wie Fairness, Vertrauen und Verantwortung aufgezeigt, und deren Wirkung in der Therapie wird diskutiert. Es wird auf Möglichkeiten hingewiesen, existentielle Dimensionen des Hintergrunds mit dem Klienten zu erschließen und sich in der Auseinandersetzung mit den “letzten Dingen” in gleichberechtigter Weise zu begegnen. Damit soll über die in der Gestalttherapie häufig im Zentrum stehende Arbeit an den unmittelbar erlebten Kontaktprozessen hinausgegangen werden.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Ethik; Gestaltpsychologie; Konstruktivismus;
Relationship, therapeutical; Ethics; Gestalt psychology; Constructivsm;
Fuhr, Reinhard
Plädoyer für alltägliches Forschen
Final speech for everydays research
Gestalttherapie 1992, Sonderheft Forschung, 84-95
Abstract:
Es wird für eine Alltagsforschung durch Gestalttherapeuten plädiert. Im Anschluß an eine Klärung des Begriffs Alltagsforschung werden Anforderungen an die Praxis alltäglichen Forschens formuliert und Anregungen für die mögliche Umsetzung solcher Forschung in Aus- und Weiterbildung gegeben.
Schlüsselbegriffe:
Effektivität von Psychotherapie; Forschungsmethoden; Psychotherapieforschung;
Efficaciousness of psychotherapy; Research methods; Psychotherapy research;
Fuhr, Reinhard
Das Selbst - Illusion und wahrer Kern - Persönlichkeitsentwicklung im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und Selbsttranszendenz
The self – Illusion and its true essence – Development of the personality in the polarity of self-realization and self-transcendence
Gestalttherapie 1995, 9/1, 37-47
Abstract:
Die Bedeutung des Selbst im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung wird aus gestalttheoretischer Perspektive im Überblick erörtert. Dabei wird, ausgehend von einem modifizierten und differenzierten Begriff von Gestaltbewußtsein, eine Auffassung des Selbst dargestellt, das sich in der Polarität von Selbstverwirklichung und Selbsttranszendenz bewegt. Beispielhaft werden einige praktische und politische Konsequenzen dieses Ansatzes von Persönlichkeitsentwicklung aufgezeigt.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaft; Gestaltpsychologie; Kontakt; Persönlichkeitsentwicklung; Psychologie, transpersonale; Selbst;
Society; Gestalt psychology; Contact; Development of personality; Psychology, transpersonal; Self;
Fuhr, Reinhard; Gremmler-Fuhr, Martina
Scham - eine pädagogische Herausforderung - Eine Gestaltperspektive
Shame – an educational provocation – a Gestalt perspective
Gestalttherapie 1996, 10/1, 42-59
Abstract:
Ausgehend von der Feststellung, daß Bildungskarrieren häufig durchsetzt sind von beschämenden Erfahrungen und daß bis zu einem gewissen Grad solche Erfahrungen unvermeidbar sind, daß aber Scham häufig auch dysfunktional und belastend ist, werden Schamprozesse in Lehr- und Lernsituationen auf der Grundlage einer gestalttheoretischen Auffassung von Scham untersucht. Dabei wird der Versuch unternommen, das Bewußtsein von Lehrenden aller Art für Schamreaktionen, Schamvermeidungen und schamauslösende Situationen zu erweitern und auf einige Möglichkeiten hinzuweisen, wie Scham in einer kreativen und konstruktiven Art und Weise gehandhabt werden kann.
Schlüsselbegriffe:
Scham; Bildung und Erziehung; Lernen;
Shame; Development and education; Learning;
Fuhr, Reinhard ; Gremmler-Fuhr, Martina
Angst und Reaktionsbildung - Ein Beitrag zur alltäglichen und professionellen Konfliktbewältigung
Fear and development of responsiveness – A contribution to everyday and professional coping with conflicts
Gestalttherapie 2000, 14/1, 3-30
Abstract:
In Kommunikationssituationen aller Art tritt sehr häufig ein Phänomen auf, das bisher kaum in seiner Besonderheit aufgegriffen wurde, obwohl es im Grundlagenwerk der Gestalttherapie von Perls, Hefferline und Goodman schon recht klar eingeführt wurde: Die Reaktionsbildung. Wir charakterisieren in diesem Text Reaktionsbildung als eine Notfallreaktion mit Flucht-/Angriffs- bzw. Totstellreflexen, analysieren sie nach dem Quadrantenmodell von Ken Wilber aus vielen verschiedenen Perspektiven, fassen die uns bisher bekannten und plausiblen Erklärungsmodelle für Reaktionsbildung zusammen und zeigen Wege auf, wie wir diese auf Dauer sehr destruktiven und belastenden Kommunikationssituationen immer wieder überwinden können.
Schlüsselbegriffe:
Kommunikation; Reaktionsbildung; Wilber, K. ;
Communication; Development of responsiveness; Wilber, K.;
Fuhr, Reinhard; Portele, Heik
“Kontakt“ und “Kontaktunterbrechungen” - ein erkenntnistheoretischer Irrtum?
“Contact” and “Contact interferences” – an epistemological error?
Gestalttherapie 1990, 4/2, 54-59
Abstract:
Unter Bezug auf die Epistemologie des radikalen Konstruktivismus wird die Art und Weise kritisiert, wie das gestalttherapeutische Modell des Kontaktzyklus verwendet wird. Es wird deutlich gemacht, daß ein erkenntnistheoretischer Irrtum vorliegt, wenn man “Kontakt” bzw. “Kontaktunterbrechungen” als etwas objektiv Feststellbares darstellt. Vielmehr handelt es sich beim Kontaktmodell der Gestalttherapietheorie um ein semantisches Aussagensystem über Erlebbares, mit dem man der Umwelt und den Erlebnissen Bedeutung und Sinn geben kann. Auf die vielfältigen Möglichkeiten, die eine logisch angemessene Weise des Umgangs mit dem Konzept eröffnet, wird hingewiesen.
Schlüsselbegriffe:
Bedeutung; Erkenntnistheorie; Konstruktivismus; Kontakt; Kontaktunterbrechung; Sinn;
Sense; Epistemology; Constructivism; Contact; Contact interference;
Meaning;
Gahbler, Mechthild; Robert, Günther
Blindsein und Autismus - Selbst- und Weltbezüge bei geburtsblinden Kindern als Schlüssel zum Verständnis ihrer Wirklichkeit
Blindness and autism – Relation to the self and to the environment of born blind children as a key to the understanding of their reality.
Gestalttherapie 1990, 4/1, 44-53
Abstract:
Ausgehend von der Beobachtung, daß geburtsblinde Kinder häufig Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die dem Symptomkreis des Autismus vergleichbar sind, wird gezeigt, daß ihre Andersartigkeit durch ihr Blindsein und die damit verbundenen spezifischen Entwicklungs- und Lebensbedingungen verstanden werden kann. In diesem Sinne kann von einer echten autistischen Störung nicht gesprochen werden. Auf gestaltpsychologischem Hintergrund werden aus dem Verständnis eines potentiell different strukturiertem Selbst bei Blinden Hinweise auf die funktionale Bedeutung der besonderen Verhaltensweisen für die Kommunikationssituation zwischen Blinden und Sehenden entwickelt.
Schlüsselbegriffe:
Autismus; Blindheit; Kommunikation; Psychologie, Entwicklungs-; Verhaltensstörungen;
Autism; Blindness; Communication; Psychology, development-; Behavioural interferences;
Gemsemer, Kurt
Psychose als Erscheinungsform eines kritisch veränderten Bewußtseins
Psychosis as an appearance of a critically changed consciousness
Gestalttherapie 1990, 4/1, 32-43
Abstract:
Unter Bezug auf den Ansatz von S. Grof wird ein Modell entwickelt, welches das psychotische Erleben als Ausdrucksform eines veränderten Bewußtseins versteht. Dieses veränderte Bewußtsein gehört in dem vorgeschlagenen Denkmodell der gleichen Erlebenstiefe an, die auf der Reise der Selbsterforschung unter Einbeziehung der perinatalen und transpersonalen Erlebensräume entdeckt werden kann. Es wird deutlich gemacht, wann der Erlebensstrom als integrierter Zustand veränderten Bewußtseins erscheint und unter welchen Bedingungen eine “psychotische” Erlebnisproduktion resultiert.
Schlüsselbegriffe:
Bewußtsein, verändertes; Grof, S.; Psychologie, perinatale; Psychologie, transpersonale; Psychose;
Consciousness, changed; Grof, S.; Psychology, perinatal; Psychology, transpersonal; Psychosis;
Gerunde, Harald
Zur gestalttherapeutisch orientierten Arbeit mit Schizophrenen
On gestalt therapeutical work with schizophrenics
Gestalttherapie 1990, 4/1, 22-31
Abstract:
Nach einer Begriffsklärung und einer idealtypischen Darstellung des schizophrenen Zusammenbruchs werden zeitgenössische Schizophreniekonzepte, die sich unter anderem an Jean Piaget und an biologischen Systemtheorien orientieren, in einen getalttherapeutischen Bezugsrahmen integriert. Dabei wird auf die besondere Natur der Kontaktunterbrechungen bei Schizophrenen eingegangen. Als Aufgaben der therapeutischen Arbeit mit Schizophrenen werden die Strukturbestätigung, Struktursubstitution und Unterstützung von Strukturbildung angesehen. Konsequenzen für die Auswahl von “langwelligen” Interventionen (Gestaltung von therapeutischen Settings) und “kurzwelligen” Interventionen (therapeutische Techniken) werden abgeleitet.
Schlüsselbegriffe:
Kontaktunterbrechung; Piaget, J.; Schizophrenie; Struktur, psychische; Systemtheorie; Technik, therapeutische; Widerstand
Contact interference; Piaget, J.; Schizophrenia; Structure, psychical; Systemic Theory; Technics, therapeutic; Resistance;
Gillie, Marion
Scham und Bulimie – Eine Krankheit der Seele
Shame and Bulimia - A Sickness of the Soul
Gestalttherapie 2001, 15/1, 48-58
Abstract:
Kaufman (1989) ist der Ansicht, dass in den Bereichen, wo Scham eine zentrale Rolle spielt - wie z. B. bei Essstörungen - herkömmliche Theorien und Behandlungsmethoden weitgehend versagt hätten. Ich werde in diesem Artikel die Ansicht vertreten, dass wesentliche Bedürfnisse der KlientIn innerhalb des Umfeldes nicht erfüllt wurden und sie deshalb notgedrungen wesentliche Störungen in ihrem intersubjektiven Feld hat.
Bulimisches Verhalten ist die kreative Anpassung an die Umgebung und die Art und Weise, wie Klienten mit nicht annehmbaren Wünschen und Bedürfnissen zurecht kommen. Ich werde vor allem dafür plädieren, dass es für die TherapeutIn unbedingt erforderlich ist, jene Dynamik von Scham zu begreifen, in der die KlientIn gefangen ist.
Ich werde im folgenden Artikel und aus der Perspektive gestalttherapeutischer Grundlagen einen Überblick über die gegenwärtige Debatte zum Thema Scham geben, um diese dann auf die klinische Praxis mit bulimischen KlientInnen zu beziehen. (Artikel in englischer Sprache)
Schlüsselbegriffe:
Bulimie; Essstörung; Kindertherapie; Psychologie der Geschlechter; Scham;
Bulimia; Eating disturbance; Children therapy; Psychology of gender; Shame
Goodman, Paul
Über die Frage: Was ist der Sinn des Lebens?
About the question: What is the Sense of life?
Gestalttherapie 1993, 7/1, 13-20
Abstract:
Goodman gesteht, daß “... ich von der Frage besessen bin und nach ihrer Antwort suche ...” und kommt zu dem Ergebnis: “Laß Dich auf das Leben ein! Dann wirst Du den Sinn des Lebens wissen”.
Schlüsselbegriffe:
Sinn des Lebens;
Sense of life;
Goodman, Paul
Gedanken über die Grenze der Kooperation - eingeleitet von Bernd Bocian
Thougths about the limit of cooperation – Preface by Bernd Bocian
Gestalttherapie 1993, 7/1, 22-28
Abstract:
Der Text ist ein Ausschnitt aus Goodmans “May Pamphlet”, einem seiner wichtigsten sozialkritisch-politschen Texte. Seine darin formulierte Kritik des Staates und der Gesellschaftsstrukturen verknüpft sich unlösbar mit der kritischen Analyse der innerpsychischen Zustände und persönlichen Lebensweisen der Menschen, die diese Strukturen letztlich tragen. Goodman setzt sich als Anarchist mit Marx auseinander, beschäftigt sich mit den “natürlichen Strukturen der Gesellschaft” und dem Unterschied von “natürlicher” und “unnatürlicher” Gewalt. Das dialektische Verhältnis von Autonomie und Verantwortung wird betont.
Schlüsselbegriffe:
Autonomie; Gesellschaft; Gewalt; Politik; Verantwortung;
Autonomy; Society; Violence; Politics; Responsibility;
Graf, Dietrich
Sprache und Gestalttherapie
Language and Gestalt therapy
Gestalttherapie 1989, 3/2, 70-76
Abstract:
Die Bedeutung von verbaler und nonverbaler Sprache in der Gestalttherapie wird diskutiert. Es wird gezeigt, daß nicht nur auf verdinglichende Ausdrucksformen oder auf Formulierungen der “Körpersprache” des Klienten zu achten ist, sondern daß die Wahl der Worte, Begriffe und Metaphern durch den Therapeuten den Kontakt, die Erfahrung sowie die Beziehung zum und mit dem Klienten entscheidend beeinflussen kann.
Schlüsselbegriffe:
Körpersprache; Kommunikation, nonverbale; Metaphern; Sprache;
Body-language; Communication, nonverbal; Metaphers; Language;
Gremmler-Fuhr, Martina
Versöhnung mit der eigenen Macht
Reconciliation with one’s own power
Gestalttherapie 1993, 7/2, 43-50
Abstract:
Ausgehend von der Hypothese, daß es Macht an sich nicht gibt, sondern daß diese nur im Prozeß der Auseinandersetzung von Person und Umwelt entstehen kann, werden zunächst Dimensionen intrapersonaler Macht herausgearbeitet. Dabei wird der Begriff der Seins-Macht eingeführt, mit dem die Möglichkeit, über das eigene Leben zu bestimmen und in jeder Situation zu entscheiden, beschrieben wird. Abschließend wird auf die Rolleder Seins-Macht in der therapeutischen bzw. beraterischen Beziehung eingegangen.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Freiheit; Macht;
Relationship, therapeutic; Freedom; Power;
Gremmler-Fuhr, Martina; Fuhr, Reinhard
Worum geht es uns eigentlich? - Anmerkungen zur Tagung “Gestalttherapie und Selbstorganisation” im November 1988 in Hamburg
What is it about? – Comments on the meeting “Gestalt therapy and self organization” November 1988 in Hamburg
Gestalttherapie 1989, 3/1, 47-52
Abstract:
Über persönliche Erfahrungen auf der Tagung “Gestalttherapie und Selbstorganisation” im November 1988 in Hamburg wird berichtet. Die teilweise sehr heftige Kritik am Tagungsthema wird auf dem Hintergrund der eigenen Betroffenheit reflektiert.
Schlüsselbegriffe:
Macht; Selbstorganisation; Systemtheorie; Wissenschaft
Power; Self-organisation; Systemic Theory; Science;
Hafke, Christel
Nachdenken über den Opferbegriff
Reflections on the victim-concept
Gestalttherapie 1996, 10/2, 54-63
Abstract:
Der Opferbegriff wird aus gestalttherapeutischer Perspektive erörtert. Zunächst wird darauf hingewiesen, daß dieser Begriff ambivalent und sehr schillernd ist. Eine Mythologisierung des Opferseins wird kritisch hinterfragt, und die vielen Facetten und Möglichkeiten, mit diesem Begriff und Status Mißbrauch zu betreiben und sich selbst zu versklaven, werden angesprochen. Außerdem wird eingegangen auf die Verantwortlichkeit aller Beteiligten an polarisierenden Konstellationen, in denen sich Opfer, Täter und Zuschaür zu psychologischen und kulturellen Systemen ergänzen, und die ethische Implikation der Entwürfe von Wirklichkeit wird angesprochen. Versucht wird ein Verstehen der Gesamtsituation und der Beziehungsdynamik, ohne dabei in Schuldzuweisungen und Spaltungen zu verfallen.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung; Opfer (-Mentalität); Schuld; Verantwortung;
Relationship; Victim (-mentality); Guilt; Responsibility;
Hahn, Annefried
Diagnostik in der Begegnung
Diagnostic during the encounter
Gestalttherapie 1995, 9/1, 84-91
Abstract:
Der Stellenwert der Begegnung im sozialen Feld für die Diagnostik wird aus gestalttherapeutischer Perspektive erörtert. Dabei wird besonders auf den Aspekt des Gewahrwerdens der Strukturen des Hintergrundes im Sinne von Stütze eingegangen. Gerade in der therapeutischen Arbeit mit Menschen im sogenannten Grenzbereich wird das Auffinden grundlegender Selbststützung im Sinne von Aneignung des Hintergrundes für existentiell notwendig gehalten. Diesem Umstand muß Diagnostik Rechnung tragen. Außerdem wird die Bedeutung des leiblichen Geschehens im therapeutischen Prozeß angesprochen (der Leib als die stützende Basis für Begegnungen im Umweltfeld).
Schlüsselbegriffe:
Begegnung; Beziehung, therapeutische; Diagnostik; Dialog; Leib; Unterstützung;
Encounter; Relationship, therapeutical; Diagnostic; Dialogue; Body; Support;
Hahn, Annefried
Grundsätzliche Überlegungen zu einem ganzheitlichen Verständnis von Trauma
Basic reflections about a holistic comprehension of trauma
Gestalttherapie 1998, 12/1, 40-53
Abstract:
Der Autorin liegt daran, Zusammenhänge im Sinne zirkulärer Wirkweisen von Traumatisierung aufzuzeigen. Sie setzt sich mit unterschiedlichen Auffassungen von Trauma auseinander und hinterfragt sie im Hinblick auf die Interdependenz der einzelnen im Umwelt-Feld. Gesellschaftspolitische Überlegungen gehören genauso dazu wie Gedanken zum Leibgrund, bis in die Physiologie hinein. Folgerichtig müssen die Konsequenzen für eine adäquate Traumaarbeit ebenfalls alle Lebensbereiche des Menschen betreffen, von der Zelle bis hin zur sozialen und ökologischen Gemeinschaft.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaftskritik; Leib; Ökologie; Trauma;
Social criticsm; Body; Ecology; Trauma;
Hahn, Annefried
„Mir gehen die Bilder nicht aus dem Kopf” - Annäherung an ein fremdes (Forschungs-) Feld
„I can’t get the pictures out of my head” – Approximation to an unfamiliar (research-) field
Gestalttherapie 2001, 15/1, 28-47
Abstract:
Die Belastungen von Kriminalpolizist(inn)en im Bereich „Delikte gegen Menschen” sind sehr komplex. Sie sind feldspezifisch und werden im Feld LKA (Landeskriminalamt) in ganz spezifischer Art und Weise bewältigt. Dies war meine Vorannahme, die den Boden bildete für das Forschungsdesign des Projekts „Wie bewältigen Polizistinnen und Polizisten stark belastende Erlebnisse mit Gewaltkriminalität?”. Weil lebendige Prozesse zu entdecken waren, wählte ich eine qualitative Methodik und begann mit unstrukturierter teilnehmender Beobachtung, um das mir fremde Feld kennen zu lernen. Daraus ergaben sich neue Kontakte, weitere Beobachtung und Interviews. In diesem Artikel beschreibe ich nun, was ich im Prozess des Annäherns und Einlassens im Feld erlebte und welche Themen ich antraf.
Schlüsselbegriffe:
Gewalt; Kriminalität; Polizei; Trauma;
Violance; Criminality; Police; Trauma;
Halmen, Rainer M.
Was nützt uns die Wiederkehr der Theologie? - Anmerkungen zu R. Safraski: “Die Wiederkehr des Bösen”
What is the use of the return of theology? – Comments on R. Safraski: “The return of the evil”
Gestalttherapie 1995, 9/2, 84-89
Abstract:
Der Autor setzt sich kritisch mit den Positionen Safranskis (Gestalttherapie 1995, 9/2, 51-60) auseinander.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaftskritik; Hedonismus; Selbstverwirklichung; Soziologie; Philosophie;
Social criticsm; Hedonism; Self-actualization; Sociology; Philosophy;
Hildenbrand, Bruno
Systemische Therapie – Grundlagen und Praxis
Systemical theory – Basics and practice
Gestalttherapie 2001, 15/2, 82-96
Abstract:
Die systemische Therapie gilt als eine dem Zeitgeist psychotherapeutischer Strömungen besonders verpflichtete Therapieform. Ihre Stärken liegen in einem Menschenbild, das individuelle Störungen im Kontext sozialer Beziehungen lokalisiert und vor allem die Ressourcen menschlicher Interaktionssysteme betont, sowie in einem variablen, fallspezifisch einzusetzenden Methodenbestand. Eklektisch anmutende Anleihen bei jeweils aktuellen philosophischen Moden fallen demgegenüber als Schwächen weniger ins Gewicht.
Schlüsselbegriffe:
Systemische Therapie
Systemical therapy
Höll, Kathleen
Paul Goodmans Gesellschaftsanalyse, oder: Was hat die Gestalttherapie mit dem Anarchismus zu tun? - “Es ist kein schändlicher Dienstbarkeit, als wenn eyner seyn eigener knecht ist.” (Aus: Der gepfefferte Spruchbeutel, 1838)
Paul Goodman’s social analysis, or: What has Gestalt therapy to do with anarchism? –“There is no more disgraceful subjection, as if somebody is his own servant.” (Aus: Der gepfefferte Spruchbeutel, 1838)
Gestalttherapie 1993, 7/1, 30-35
Abstract:
Grundzüge der Gesellschaftsanalyse Paul Goodmans werden skizziert. Dabei wird unter anderem der Frage nachgegangen, welche Bedingungen darüber entscheiden, in welchem Ausmaß Personen im öffentlichen Leben entscheidungs- und gestaltungsfähig sind. Aus der Haltung eines lebendigen Anarchismus heraus analysiert Goodman den Anpassungskonflikt innerhalb der einzelnen Person als Ausgangspunkt für eine individuelle Politik, die den persönlichen Raum erweitert und dadurch auch die Gesellschaft transformiert.
Schlüsselbegriffe:
Anarchismus; Anpassung; Freiheit; Gesellschaftskritik; Goodman, P.;
Anarchism; Assimilation; Freedom; Social criticsm; Goodman, P.
Hofmann, Claudio
Lob der Achtsamkeit
Praise of awareness
Gestalttherapie 2002, 16/1, 3-18
Abstract:
Anhand einiger historischer Rückblenden möchte ich verdeutlichen, wie sich durch die Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Rationalität die Verdrängung eines umfassenden Achtsamseins vollzieht und wie diese Verdrängung mit der Bedrohung des Überlebens der Menschheit und der Erde zusammenhängt, um so die Bedeutung eines umfassenden Achtsamseins für unsere persönliche und gesellschaftliche Entwicklung und den Fortbestand der Erde zu begründen. Vor diesem Hintergrund skizziere ich anhand eines Schemas, welche Aspekte des Achtsamseins und seiner Entfaltung mir in der gegenwärtigen Situation besonders wichtig sind und wie die Verbreitung des Achtsamseins gefördert werden kann.
Schlüsselbegriffe:
Achtsamkeit; Rationalität;
Awareness; Rationality;
Hoppe, Regina
Gestalttherapie mit Kindern an einer Berliner Grundschule
Gestalt therapy with children at a Berlin primary school
Gestalttherapie 2001, 15/1, 85-99
Abstract:
Innerhalb der gemeinhin nicht als besonders offen bekannten staatlichen Schullandschaft hat die Autorin eine Möglichkeit gefunden, mit Kindern einzeltherapeutisch zu arbeiten. Mit der Beschreibung der Vor- und Nachteile dieser Arbeit sowie typischer Phasen und möglicher Vorgehensweise möchte sie dazu ermutigen, ähnliche Nischen zu nutzen. Über einen kollegialen Austausch mit anderen „Nischen-Inhabern” würde sie sich freuen.
Schlüsselbegriffe:
Aggression; Grenze; Kindertherapie; Schule;
Aggression; Border; Children therapy; School;
Houston, Gaie
Das Paar und die Gruppe
The couple and the group
Gestalttherapie 1995, 9/1, 92-102
Abstract:
Ausgehend von der Annahme, daß die Theorie der Gestalttherapie ein gutes Instrumentarium bietet, um das Verhalten von Gruppen, von Individuen in Gruppen und von Gruppen zueinander zu beschreiben, wird die Dynamik erörtert, die in Gruppen aller Größen hergestellt wird und auf die die Gruppenmitglieder reagieren. Es wird betont, daß in der modernen Welt auf diesen Ebenen sehr offensichtlich Gewahrsein und Verantwortlichkeit fehlen. Die gleichzeitige Mitgliedschaft zu vielen Gruppen gehört zum menschlichen Dasein, und selektives Nichtgewahrsein dieser Mitgliedschaft sowie deren Konsequenzen scheinen gleichfalls Teil des modernen Lebensstils zu sein.
Schlüsselbegriffe:
Gruppendynamik; Paare; Selbst; Stern, D.; Verantwortung; Verhalten, soziales;
Group dynamics; Couple; Self; Stern, D.; Responsibility; Behaviour, social;
Janssen, Norbert; Wecke, Karl-Friedrich
Stationäre Frühgestörten-Therapie aus gestaltherapeutischer Sicht
Stationary therapy for persons with early disorders from the viewpoint of Gestalt therapy
Gestalttherapie 1994, 8/1, 37-52
Abstract:
Es wird über Erfahrungen bei der Vorbereitung und Durchführung von stationären, sechsmonatigen Gruppen für Patienten mit sogenannten frühen Störungen berichtet. Zunächst werden einige Strukturmerkmale der Institution und Aspekte der Vorauswahl als wichtige Hintergrundinformation beschrieben, da sie Inhalt und Prozeß der gestalttherapeutisch orientierten Therapie wesentlich mitbestimmen. Nach einer Skizzierung grundsätzlicher Überlegungen zur stationären Therapie frühgestörter Patienten folgt ein theoretischer Teil, in dem der neu formulierte Begriff des “frühen Selbst“ in Beziehung gesetzt wird zu dem des “neurotischen Selbst” bei Perls, Hefferline, Goodman und in der Objektbeziehungstheorie Kernbergs. Abschließend wird ein am Kontaktprozeß orientierter Behandlungsverlauf beschrieben.
Schlüsselbegriffe:
Gruppentherapie; Kernberg, O.; Objektbeziehungstheorie; Selbst; Stationäre Therapie; Störung, frühe;
Group therapy; Kernberg, O.; Object-relation-theory; Self; Inpatient therapy; Disorder, early;
Jellouschek, Hans
Was Paarbeziehungen stabil macht / Interview mit Heinz Jellouschek
What stabilizes couples relationship / Interview with Heinz Jellouschek
Gestalttherapie 2000, 14/2, 41-53 / 54-62
Abstract:
Der Autor entwickelt und beschreibt in diesem ursprünglich als Vortrag konzipierten Artikel acht “Beziehungsstabilisatoren”, acht Faktoren also, die nach seiner Ansicht Paarbeziehungen stabil machen können, und bezieht sich dabei immer wieder auch auf seine praktischen Erfahrungen als Paartherapeut. Sein Fazit: Nur der Wandel ist stabil. Paarbeziehungen profitieren letztlich gerade durch die Unsicherheit, die immer wieder entsteht.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung; Paar; Paartherapie; Unsicherheit;
Relationship; Couple; Couples therapy; Unsureness;
Kästl, Rainer
Grundkonzepte der Gestalttheoretischen Psychotherapie
Basic concepts of Gestalt theoretical psychotherapy
Gestalttherapie 2002, 16/2, 104-116
Abstract:
Die von H.-J. P. Walter (1977) begründete Gestalttheoretische Psychotherapie wird in ihren grundlegenden theoretischen Konzepten, die sich ausschließlich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gestalttheorie der Berliner Schule (Wertheimer, Köhler, Koffka, Lewin u.a.) beziehen, dargestellt. Die erkenntnistheoretische Position wird am Begriff des Seelisch Wirklichen und seinen impliziten Folgerungen für das gestalttheoretische Menschenbild (ganzheitlicher, phänomenologischer und psychophysischer Ansatz) ebenso erläutert wie das persönlichkeitspsychologische Konstrukt “Lebensraum “ und das für die Pädagogik, Beratungstätigkeit und Psychotherapie gleichermaßen wichtige Konzept der “Schöpferischen Freiheit”. Damit soll die Gestalttheoretische Psychotherapie einerseits als fachspezifische gestalttherapeutische Richtung und auch andererseits als ein auf der Gestalttheorie aufbauender methodenübergreifender integrativer Ansatz der Psychotherapie ausgewiesen werden.
Schlüsselbegriffe:
Gestaltpsychologie; Gestalttheorie; Walter, H.-J.
Gestalt psychology; Gestalt theory; Walter, H.-J.
Kampmann, Bärbel
Der Gestaltansatz in der psychotherapeutischen Arbeit mit ethnischen Minderheiten
The Gestalt approach in the psychotherapeutical work with ethnic minorities
Gestalttherapie 1990, 4/2, 60-66
Abstract:
Nach einigen grundsätzlichen Überlegungen zur Situation von Migranten und Flüchtlingen in der Bundesrepublik Deutschland wird gezeigt, welche kulturellen Besonderheiten, Normen und Werte in der gestalttherapeutischen Arbeit mit dieser Klientel berücksichtigt werden sollten. Anhand eigener Erfahrungen aus der therapeutischen Praxis werden die Situation im Erstgespräch, die Bedeutung des familiären Kontextes und der traditionellen Rollenzuschreibung für die Therapeut-Klient-Beziehung sowie die Auswirkungen der Kontaktunterbrechungen im kulturellen Kontext diskutiert.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Erstgespräch; Flüchtlinge; Gruppen, ethnische; Kultur; Minderheiten; Werte; Rolle
Relationship, therapeutical; First talk; refugees; Group, ethnic; Culture; Minorities; Values; Role;
Karrasch, Martin
Gestalttherapeut(in) - Warum?
Gestalt therapist – Why?
Gestalttherapie 1991, 5/1, 45-57
Abstract:
Anhand von acht mit Gestalttherapeuten durchgeführten Interviews werden deren berufliche Motive untersucht und diskutiert. Dies geschieht vor dem Hintergrund der narzißtischen Störung des Therapeuten. Es wird die Hypothese belegt, daß die Berufswahl einen Versuch der Selbstheilung oder Selbsterhaltung, also die Auflösung einer erlebten Notsituation, darstellt.
Schlüsselbegriffe:
Berufswahl; Motivation von GestalttherapeutInnen; Narzißmus; Persönlichkeitsstörungen;
Choice of profession; Motivation of Gestalt therapists; Narzism; Personality disorder;
Kepner, James
Erfahrungsfelder und die Erschaffung eines verkörperten Feldes – Überarbeitete Fassung des Vortrags anlässlich der DVG-Tagung in Bad Kissingen
Fields of experience and creating an embodied field – Revised version of the speech presented to the Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie Conference in May 2002
Gestalttherapie 16/2, 31-61
Abstract:
Mit Verkörperung arbeiten heißt nicht einfach, Körpertechniken zu verwenden. Es geht vielmehr darum, einen Erfahrungsraum zu schaffen, in dem unsere Körperlichkeit als ein tiefer Teil unseres Wesens und eine natürliche Quelle unserer Kontaktaufnahme in allen Dimensionen erfahren werden kann. In diesem Artikel wird der Autor das Konzept der Entwicklung von Erfahrungsfeldern als ein zentrales Element unseres Gestaltansatzes erforschen. Der Text enthält auch einige Experimente, in denen gemeinsam ein solch verkörpertes Feld geschaffen wird, ein Feld, in dem unser verkörpertes Leben als Erfahrung des Selbst wahrnehmbar ist.
Working with embodiment is not just about using body techniques. It is about creating a field-of-experience where our embodiment is felt as an intrinsic part of our being and a natural resource for our contacting in all dimensions. In this article, the author will explore this concept of generating “fields of experience” as a core dimension of our Gestalt approach, and offer experiments in co-creating an embodied field where our embodied life is experienced as self-experience.
Schlüsselbegriffe:
Feld; Körper; Körperlichkeit;
Field; Body; Corporeity;
Klippel-Heidedrüger, Marita
Grenzerfahrung - Ambulante Therapie und stationäre Psychiatrie - Eine Fallgeschichte
Borderexperience – ambulant therapy and inpatient psychiatry – a case story
Gestalttherapie 1997, 11/2, 94-98
Abstract:
Berichtet wird über eine 59jährige Klientin mit psychosomatischen Symptomen, die unter der Therapie in eine Krisensituation geriet. Diese Krisensituation führte zu einem Aufenthalt in einer Psychiatriestation.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Krise; Psychiatrie; Stationäre Therapie;
Case study; Crisis; Psychiatry; Inpatient therapy
Klöckner, Detlef
Theoretische und praktische Anmerkungen zum Figur-Grund-Konzept der Gestalttherapie
Theoratical and practical comments on the figure-ground-concept in Gestalt therapy
Gestalttherapie 1994, 8/1, 53-68
Abstract:
Nach einer Erläuterung der Begriffe Figur und Hintergrund werden einige Hypothesen der Gestaltpsychologie und der Selbstorganisationstheorien zur Figur-Grund-Interaktion erörtert. An praktischen Beispielen wird gezeigt, daß jeder Wahrnehmungsvorgang ein bedeutungsgebender Auswahlprozeß psychologischer Natur ist, der nach Figur-Grund-Prinzipien verläuft und im Ergebnis Wirklichkeit konstruiert. Im Anschluß an eine Diskussion von Perspektiven und Konsequenzen für die psychotherapeutische Praxis wird ein dialogisches Beobachtungsmodell vorgeschlagen, das auf das Figur-Grund-Konzept abgestimmt ist. Illustrierende Beispiele aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen verdeutlichen die Verwendungsmöglichkeiten des Konzepts.
Schlüsselbegriffe:
Dialog; Figur-Grund; Gestaltpsychologie; Selbstorganisation; Wahrnehmung;
Dialogue; Figure-Ground; Gestalt psychology; Self-organisation; Perception;
Klöckner, Detlef
Syntax und Semantik von Gestaltbildungsprozessen - Antwort auf den Leserbrief von Frank-M. Staemmler: “Gleichzeitigkeit und Gestalt”
Syntax and semantics of Gestalt formation processes – An answer to the letter from a reader of Frank- M. Staemmler: “Concurrence and Gestalt”
Gestalttherapie 1995, 9/1, 103-104
Abstract:
Der Autor verteidigt seine von Staemmler (Gestalttherapie 1994, 8/2, 75-77) kritisierte Behauptung: “Unserem Gehirn ist es z. B. nicht möglich, aufeinanderfolgende Signale, die einen zeitlichen Zwischenraum von mehr als 3 Sekunden trennen, zu einer Gestalt zusammenzufassen.”
Schlüsselbegriffe:
Gestaltpsychologie; Pöppel, E.; Zeit;
Gestalt psychology; Pöppel, E.; Time;
Klöckner, Detlef
Dimensionen dialogischer Intervention - Anmerkungen zur Formalisierung des gestalttherapeutischen Spielraums
Dimensions of dialogical intervention – Comments on the formalisation of a Gestalt therapeutical margin
Gestalttherapie 1999, 13/1, 38-56
Abstract:
Dieser Artikel beschreibt pragmatische Aspekte gestalttherapeutischer Einflußnahme. Der Autor stellt hierzu ein formales Modell vor, das Interventionen nach allgemeinen Gesichtspunkten ordnet und eine Orientierungshilfe für die Praxis darstellt. Damit verbindet er die Absicht, formale Überlegungen inhaltlichen Begründungen des therapeutischen Handelns gleichwertig gegenüberzustellen. Im ersten Teil wird die theoretische Seite des Modells dargestellt, im zweiten die im Modell enthaltenen Interventionsdimensionen an einem durchgehenden Fall illustriert. Das Fallbeispiel soll zudem den interaktiven Gehalt von Interventionen, das Beziehungs- und Erlebensgemäße verdeutlichen.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Dialog; Fallstudie; Technik, therapeutische;
Relationship, therapeutical; Dialogue; Case study; Technique, therapeutical;
Klöckner, Detlef
Postmoderne Beziehungsarithmetik - Beeinflussungen der Balance von Paarbeziehungen
Post-modern arithmetic of relationship – Influences on the balance of couples relationship
Gestalttherapie 2000, 14/2, 20-40
Abstract:
Der Artikel weist auf einige grundlegende Aspekte heutiger Paarbeziehungen hin. Mit Hilfe assoziativer Verknüpfungen werden verschiedene Bedingungen und Dimensionen des Paarlebens zu einem Kaleidoskop aufgereiht, analoge Verbindungen, Sprünge und Ebenenwechsel zu einem konsistenten Themenfeld digitalisiert. Diese 'postmoderne' Vorgehensweise versucht, Darstellung und Themengegenstand so weit zu synchronisieren, dass die Kommunikation von Beziehungsangelegenheiten eine Form erhält, die das Prozesshafte, die Methode abwechselnder Konzentration und das Spielen mit Hintergründen aus der Gestalttherapie im Stil annähernd enthält. Inhaltlich betrachtet beginnt der Artikel mit einem Bild psychosozialer Phänomene des Beziehungslebens der sogenannten Wirtschaftswunderära, konstrastiert von theoretischen Einschüben zum Alltagsleben der Spätmoderne. Daraus wird eine Beschreibung von Bezeihung unter dem radikalen Gesichtspunkt von Geben und Nehmen abgeleitet, es folgt eine Illustration dieser Perspektive an einem Fallbeispiel und ein abschließender Verweis auf einen mit den einzelnen Themensträngen korrespondierenden paardiagnostischen Hintergrund.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung; Fallstudie; Paar; Paartherapie; Postmoderne
Relationship; Case study; Couple; Couples therapy; Postmodernism
Klöckner, Detlef
Übergangsphasen - Zur Kulturanthropologie gestalttherapeutischer Prozessmodelle
Transition periods – Cultural anthropology of Gestalt therapeutical process models
Gestalttherapie 2001, 15/2, 18-40
Abstract:
Der Aufsatz überprüft Zusammenhänge zwischen den Entwicklungskonzepten und Heilungspraktiken indigener Gesellschaften und den gestalttherapeutischen Prozessmodellen, insbesondere zum Begriff des Engpasses und den damit verbundenen Überlegungen zu Veränderungsmechanismen. Es soll gezeigt werden, dass die alten Heilungsansätze traditioneller (vorindustrieller) Kulturen mit einer pragmatischen Logik operieren, die der modernen gestalttherapeutischen Konzeption vergleichbar ist, und dass der Kern dieser Gemeinsamkeit ein überlieferter Ausdruck praktizierter Spiritualität darstellt. Da auf solche und ähnliche Gedanken kein Erstanspruch angemeldet werden soll, Traditionen nur bewahrt oder geborgen werden können, plaudert der Autor an manchen Stellen wie ein Geschichtenerzähler über dieses und jenes person-orientierte und soziale Phänomen im näheren Diskussionsbereich des Themas in der Hoffnung, die Wahrnehmung der Leser für diesen Gegenstand weiter anzuregen.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaften, indigene; Initiation; Kulturanthropologie; Prozessmodelle; Prozessphasen; Spiritualität;
Societies, Indian; Initiation; Cultural anthropology; Process model; Process phases; Spirituality;
Knapp-Diederichs, Volker
Wilhelm Reich - Richtige Fragen zur falschen Zeit? - Reichs Beitrag zur Psychotherapie
Wilhelm Reich – Correct questions at a wrong time? – Reich’s contribution to psychotherapy
Gestalttherapie 1997, 11/1, 3-25
Abstract:
Anläßlich des 100. Geburtstags von Wilhelm Reich wird Reichs Beitrag zur Psychotherapie gewürdigt. Dabei wird gezeigt, daß Reich auf dem Gebiet der Psychotherapie innovative Impulse gab. Er brachte den Körper in die Psychotherapie ein, und er inspirierte auch F. Perls. Reichs Charakteranalyse, praktisch und theoretisch in den zwanziger Jahren entwickelt, ist als psychotherapeutische Technik heute fast vergessen. Ihre Prinzipien und Erfahrungen repräsentieren ein verheißungsvolles Modell systematischer Psychotherapie, das einer Überprüfung und Wiederentdeckung harrt.
Schlüsselbegriffe:
Charakter; Geschichte der Gestalttherapie; Körper; Reich, W.; Technik, therapeutische; Widerstand;
Character; History of Gestalt therapy; Body; Reich, W.; Technique, therapeutical; Resistance;
Kogan, Gerald
Hysterische Prozesse - Teil I: Der hysterische Persönlichkeitsstil - Ein Überblick
Hysteric processes - Part I: The hysteric personality style – A general survey.
Gestalttherapie 1989, 3/2, 39-41
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive wird der hysterische Charakterstil als eine Form der Anpassung verstanden, durch den die grundlegende Angst, alleine nicht überleben zu können, bewältigt wird. Diese Angst wird begleitet von dem Wunsch, versorgt und gerettet zu werden, wobei allerdings ein permanenter Konflikt zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit vorzuliegen scheint. Implikationen für den Prozeß der Figurbildung bei hysterischen Persönlichkeiten werden deutlich gemacht. Auf therapeutisch relevante Aspekte (langsames Vorgehen zur Entwicklung von Bewußtheit und Wahrnehmungsfähigkeiten, Abbau von Übertreibungen, klare Grenzesetzung) wird eingegangen.
Schlüsselbegriffe:
Figurbildung; Hysterie; Persönlichkeitsstörung;
Figure
formation; Hysteria; Personality disorder;
Kosijer, Sladjana
Kriegstraumatisierung und ihre Therapie - Eine Fallgeschichte
War trauma and its therapy – A case story
Gestalttherapie 1998, 12/1, 80-87
Abstract:
Der Artikel hat zum einen zum Ziel, eine Phase der Traumatherapie durch einen Gestaltherapieprozeß zu beschreiben, und zum anderen, einen Beitrag zu liefern für Behutsamkeit beim schmerzhaften Durchleben im Hier und Jetzt bei jenen Menschen, die an schweren Kriegstraumata leiden.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Krieg; Trauma;
Case study; War; Trauma;
Kranz, Detlev
Zu Rüdiger Safranski: “Die Wiederkehr des Bösen” (2/95)
On Rüdiger Safranski: “Die Wiederkehr des Bösen / The return of the evil” (2/95)
Gestalttherapie 1996, 10/1, 101-102
Abstract:
Im Rahmen von kritischen Anmerkungen zu einem Beitrag von R. Safranski zum Begriff des Bösen und zu dessen Bedeutung in der Gesellschaft (in Gestalttherapie 1995, 9/2, 51-60) wird insbesondere bemängelt, daß Safranskis Erklärung des Bösen durch eine unangemessene Reduktion von Komplexität gekennzeichnet ist und daß sie möglicherweise einem weit verbreiteten Bedürfnis nach einfachen Erklärungen und schnellen Lösungen angesichts bedrohlicher gesellschaftlicher Verhältnisse entgegenkommt.
Schlüsselbegriffe:
Gesellschaftskritik; Hedonismus; Selbstverwirklichung; Soziologie; Philosophie;
Social criticsm; Hedonismus; Self-actualization; Sociology; Philosophy;
Kranz, Detlev
Barry Stevens - Versuch über ein unregel-mäßiges Leben
Barry Stevens – An attempt about an irregular life
Gestalttherapie 1998, 12/2, 3-14
Abstract:
Barry Stevens (1902-1985) kam mit Gestalttherapie in Kontakt, als sie bereits mehr als sechzig Jahre alt war. 1967 traf sie zum ersten Mal Fritz Perls. 1969 verbrachte sie mehrere Monate mit ihm in seiner Gestaltgemeinschaft am Lake Cowichan, Kanada, in der Nähe von Vancouver, erhielt dort ein Gestalttherapie-Training und leitete auch Gruppen. Fritz Perls nannte sie “a natural-born therapist”. In den 70er Jahren wurde sie gegen ihren Willen zu einem 'Star' der Human Potential Bewegung. Schon lange vor ihrem ersten Kontakt mit Gestalttherapie und auch lange danach war dies eins ihrer Lebensthemen: Leben mit Bewußtheit im Gegensatz zu Leben nach Regeln. Ausdruck dieser Haltung ist ihre besondere Form von gestalttherapeutischer Körperarbeit, die, genau genommen, Konzentration auf die Bewußtheit von Körperprozessen genannt werden müßte.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie; Körperbewußtheit; Rogers, C.; Stevens, B.;
History of Gestalt therapy; Body awareness; Rogers, C.; Stevens, B.;
Krechel, Ursula
Diffuse Differenz
Diffuse Difference
Gestalttherapie 1999, 13/2, 3-10
Abstract:
Jede Epoche, jede Generation hat sich unter anderem offenbar auch in Differenz zur vorhergehenden gestaltet, nur scheint sich heute gelingendes Leben zunehmend ins Individuelle verlagert zu haben und läßt sich nicht mehr durch die Befolgung vorgegebener Regeln erwarten, sondern “allein durch Selbstgestaltung, Reflexion und Eingehen auf die Bedürfnisse und Erwartungen, die der einzelne an sich stellt” (Foucault). Moralisch eingebettet ist das Ganze in einer neuen Ethik der Pflicht zur dauernden Anstrengung.
Schlüsselbegriffe:
Differenz; Kulturkritik;
Difference; Cultural criticism;
Krechel, Ursula
Eine Literatur des Traums - Ein Traum von der Literatur
The literature of the dream – A dream of the literature
Gestalttherapie 2000, 14/1, 70-88
Abstract:
Hundert Jahre sind seit dem Erscheinen von Sigmund Freuds “Traumdeutung“ vergangen. Die Autorin nimmt vor dem Hintergrund des eigenen literarischen Schreibens und mit Blick auf die Bildlichkeit der Symbolik des Traums eine kritische Würdigung dieses bedeutsamen Textes vor; sie stellt ihn in den Kontext seiner Entstehungszeit, macht Abstecher in die Literatur erzählter und aufgeschriebener Träume und eröffnet schreibend jene Vieldeutigkeit, die Träumen immer schon eigen war.
Schlüsselbegriffe:
Traum; Traumdeutung; Freud, S.;
Dream; Dreamwork; Freud, S.;
Kroschel, Eva
Prozeßforschung in der Gestalttherapie
Process research in Gestalt therapy
Gestalttherapie 1992, Sonderheft Forschung, 120-134
Abstract:
Das Prozeßgeschehen in einer Gestalttherapie wird anhand von zwei Sitzungen aus einer abgeschlossenen Therapie mit einer 45-jährigen Frau dargestellt. Ausgehend vom Ziel der Gestalttherapie - der Integration der Persönlichkeit - stehen die Fragen nach den Erscheinungsformen von Nicht-Integration, dem konkreten Integrationsgeschehen und den Auswirkungen von geglückter Integration in Sitzung und Alltag im Vordergrund. Es zeigt sich, daß die Konstrukte der Gestalttherapie einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten und brauchbare Modelle darstellen, um psychische Prozesse zu beschreiben, zu erforschen und zu verändern.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Forschungsmethoden; Psychotherapieforschung;
Case study; Research methods; Psychotherapy research;
Kuhnert, Gerhard
Nach dem Einsatz - Erfolge und Schwierigkeiten im Bereich Einsatznachsorge bei der Berliner Feuerwehr
After the operation - Successes and problems in the post-operational debriefing at the Berlin fire-brigade
Gestalttherapie 1998, 12/2, 60-69
Abstract:
Der Autor schildert die Maßnahmen, die innerhalb der Berliner Feuerwehr seit 1997 getroffen werden, um den im Noteinsatz Tätigen Alternativen zu ihren traditionellen Umgangsweisen mit Extremerlebnissen aufzuzeigen. Diese traditionellen Umgangsweisen - z. B. “Das mußt du aushalten!” - haben zwar auch ihre Berechtigung, werden aber durch gezielte Gespräche, Entspannungsübungen und andere Maßnahmen ergänzt, um den Betroffenen die möglichst günstige Verarbeitung ihrer potentiell traumatischen Erlebnisse zu ermöglichen. Zwei Fallbeispiele illustrieren die theoretischen Überlegungen.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Feuerwehr; Nachsorge; PTSD; Trauma;
Case study; Fire-brigade; Debriefing; PTSD; Trauma;
Ladisich-Raine, Almut
Gestaltwege zur inneren Wahrheit - Gedanken zum “Selbst“
Gestalt ways to the inner truth – Thoughts to the “Self”
Gestalttherapie 1990, 4/1, 61-64
Abstract:
Es wird dargestellt, daß die gesunde Entwicklung der Selbstprozesse abhängig davon ist, ob das Kind von wichtigen Bezugspersonen in seiner Besonderheit gesehen und in seiner Eigenheit bestätigt wird. Ähnliches geschieht auch in der liebenden Begegnung von Erwachsenen. Gestalttherapie kann Defizite in diesem Bereich aufdecken und aufarbeiten, indem sie Raum bietet für kreativen Ausdruck und respektvolles Begleiten.
Schlüsselbegriffe:
Defizit; Psychologie, Entwicklungs-; Selbst; Wahrheit, innere
Deficit; Psychology, development-; Self; Truth, inner;
Lamertz, Gudrun; Lorenz, Marianne
Hysterische Prozesse - Teil II: Zum hysterischen Modus der Kontaktunterbrechung - Gedanken aus der Sicht der Begegnung von Ich und Du
Hysteric processes – Part II: On the hysteric mode of contact interference – Thoughts from the viewpoint of the encounter of my Self and my Thou.
Gestalttherapie 1989, 3/2, 42-48
Abstract:
Aus einer gestalttherapeutischen Perspektive wird als Grundthema des hysterischen Modus der Kontaktunterbrechung die Auseinandersetzung mit dem “Anders-Sein” und den damit einhergehenden intra- und interpsychischen Konflikten verstanden. Ein Modell des Kontaktprozesses, das den Kontaktzyklus, die Kontaktgrenze zwischen Innen- und Außenwelt sowie die Bewegung von Energie entlang der Kontaktgrenze beschreibt, wird entwickelt. Es wird gezeigt, daß die energetische Ladung im hysterischen Prozeß überwiegend nach außen gerichtet ist, während die Rückkopplung mit der Innenwelt weitgehend verkümmert. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen dem inneren und dem äußeren Selbst. Implikationen für die therapeutische Beziehung werden erläutert.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Hysterie; Kontaktunterbrechung; Persönlichkeitsstörung;
Relationship, therapeutical; Hysteria; Contact interference; Personality disorder;
Laschinsky, Dörte
Therapie mit sexuell mißbrauchten Menschen - Gedanken zur Aufdeckung und Behandlung
Therapy with sexually abused human beings – Thoughts on its disclosure and treatment
Gestalttherapie 1996, 10/2, 46-53
Abstract:
Ausgehend von langjährigen praktischen Erfahrungen in der Behandlung von sexuellen Mißbrauchsopfern wird anhand von Beispielen gezeigt, wie sexueller Mißbrauch in der Gestalttherapie aufgedeckt und behandelt werden kann. Dabei werden verschiedene Phasen im therapeutischen Prozeß beschrieben, und hilfreiche Interventionen werden dargestellt.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Mißbrauch, sexueller; Opfer; Trauma;
Case
study; Abuse, sexual; Victim; Trauma;
Latner, Joel
Strukturen entziffern
To decode structures
Gestalttherapie 1989, 3/2, 24-38 (in englischer Sprache erschienen in: The Gestalt Journal 1986, 9/2, 3-28)
Abstract:
Anhand von Erfahrungen aus gestalttherapeutischen Ausbildungsgruppen werden theoretische Überlegungen zu Störungen an der Kontaktgrenze bzw. der Kontaktfunktionen, die Aspekte des Selbst betreffen, dargestellt. Die Beispiele machen Projektionen, Retroflektionen, Introjektionen, die Konfluenz und den Egotismus der Teilnehmer deutlich, die im gruppendynamischen Geschehen sowie in der Therapeut-Klient-Beziehung zum Ausdruck kommen. Dadurch wird gezeigt, wie die Kontaktaufnahme, die Figurbildung, die Kontaktgrenze und die Funktionen des Selbst aus der Perspektive der Gestalttherapie verstanden werden können.
Schlüsselbegriffe:
Abwehrmechanismen; Ausbildung; Grenze; Gruppendynamik; Kontakt; Selbstkonzept
Defence mechanism; Education; Border; Group dynamics; Self concept; Contact;
Self-concept;
Latner, Joel
Kreativität und Charakter - Anmerkungen zu Störungen an der Kontaktgrenze
Creativity and character – Comments on disorders at the contact border
Gestalttherapie 1991, 5/2, 29-49
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive werden Störungen der Kontaktgrenze beschrieben und anhand von Beispielen aus der Psychotherapie erläutert. Im einzelnen wird auf Retroflektion, Konflektion, Formen der Deflektion, Projektion und Konfluenz eingegangen. Mit Hilfe der Begriffe “Figur” und “Hintergrund” wird die Störung der Kontaktgrenze aus entwicklungspsychologischer Sicht dargestellt. Einige weiterführende Überlegungen zur Gestalttherapie und ihrer Theorie werden skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Deflektion; Konflektion; Konfluenz; Kontakt; Kontaktgrenze; Projektion; Psychologie, Entwicklungs-; Retroflektion;
Deflection; Conflection; Confluence; Contact; Contact border; Projection; Psychology, development-; Retroflection;
Layne, Thomas
Therapie mit Inzestfamilien und Überlebenden - Eine psychohistorische Herausforderung
Gestalttherapie 1990, 4/2, 67-72
Abstract:
Es wird die These vertreten, daß weder nach der vorherrschenden Tradition autoritärer, vaterorientierter Gesellschaftsformen noch nach der gegenwärtigen weiten Verbreitung der Vater-Tochter-Inzest ein Tabu ist. Vielmehr erscheint Inzest psychohistorisch tief im Verhalten von Männern und Frauen verankert zu sein. Auf dem Hintergrund langjähriger Erfahrungen wird für ein umfassendes Behandlungskonzept plädiert, das auch die zur Verantwortung gezogenen und zur Therapie gezwungenen Täter miteinbezieht und die Behandlung als wichtige Aufgabe von weiblichen und männlichen Therapeuten betrachtet.
Schlüsselbegriffe:
Inzest; Inzesttabu; Mißbrauch, sexueller; Opfer; Täter;
Incest; Incest tabu; Abuse, sexual; Victim; doer;
Layne, Thomas
Macht und Machtmißbrauch in der therapeutischen Arbeit mit Inzestopfern und
-überlebenden
Power and power-misuse in the therapeutical work with incest-victims and
-survivors
Gestalttherapie 1992, 6/2, 35-43
Abstract:
Ausgehend von der Tatsache, daß das Reden über Inzest ein Tabu darstellt, werden die besonderen Schwierigkeiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Inzestopfern bzw. -überlebenden sowie die Gefahren des unbewußten Machtmißbrauchs durch männliche und weibliche Therapeuten dargestellt. Die Gestalttherapie hat durch die Betonung der Arbeit in der Beziehung zwischen TherapeutIn und KlientIn Möglichkeiten des heilenden Umgangs mit dieser Herausforderung. Ein Projekt für politisch wirksames Handeln in diesem Bereich wird skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Inzest; Macht; Mißbrauch; Opfer; Technik, therapeutische;
Relationship, therapeutical; Incest; Power; Abuse; Victim; Technique, therapeutical;
Lessin, Ulrich
Wu Wei - Annäherungen - Thema und Kontrapunkt con Variazioni - über Veränderungen (m)einer gestalttherapeutischen Haltung
Wu Wei
approximations – Theme and counterpoint con variazioni – about changes
in (my) Gestalt therapeutical attitude
Gestalttherapie 1997, 11/2, 32-50
Abstract:
Der Autor spielt mit den in der Musikliteratur geläufigen Formen von Thema, Kontrapunkt und Variationen. Mit Wu Wei (Thema) und Arbeit (Kontrapunkt) stellt er zwei polare menschliche Grundhaltungen und Sichtweisen der Wirklichkeit gegenüber. Diese werden dann auf Veränderungsprozesse allgemein und auf den Prozeß des Wandels der eigenen gestalttherapeutischen Haltung insbesondere bezogen. Dieser Prozeß - persönlich und exemplarisch zugleich - führt über eine Kritik der häufig unreflektiert und irreführend benutzten Suggestion der Gestalt-Arbeit hin zu einer Haltung, die auf dem Vertrauen in die Selbstregulation, im Sinne der schöpferischen Anpassung des Organismus, gründet.
Schlüsselbegriffe:
Arbeit, therapeutische; Haltung, therapeutische; Selbstregulation;
Work, therapeutical; Attitude, therapeutical; Self-regulation;
Self
regulation;
Lessin, Ulrich
Mitten im Dünger der Widersprüche - Einige Fragmente zur Gestalt-Fortbildung
In the midst of the dung of contradictions – Some fragments to Gestalt education
Gestalttherapie 1999, 13/2, 57-85
Abstract:
Aus dem Kontext Gestalt-Therapie-Ausbildung stellt der Autor verschiedene theoretische und praktische Aspekte vor, “Fragmente” in subjektiver Auswahl, die zwar nicht beliebig ist, aber ohne den Anspruch auf systematische Geschlossenheit. In seiner Perspektive erwachsen diese Fragmente aus polaren Spannungsfeldern, “im Dünger der Widersprüche”, deren Bestandteil sie zugleich sind: z. B. zwischen Außensteuerung und Selbstorganisation, Theorie und Praxis, Bewertung und Nicht-Bewertung, Totalität und Fragment, Determiniertheit und Autonomie ...
Schlüsselbegriffe:
Ausbildung; Selbstorganisation; Theorie und Praxis;
Education; Self organisation; Theory and Practice;
Lessin, Ulrich
“Fragment” als Korrektiv – Plädoyer für ein Gegengewicht zu Totalisierungstendenzen des Ganzheitsbegriffs
„Fragment“ as a corrective – Pleading for a counterbalance to totality trends of holism
Gestalttherapie 2002, 16/1, 19-51
Abstract:
Auf dem Hintergrund der vom Autor beschriebenen geschichtlichen und gegenwärtigen Totalisierungstendenzen des Ganzheitsbegriffs führt er in seinem Plädoyer den Begriff “Fragment” in die gestalttherapeutische Diskussion ein, und zwar als Gegenpol zu einem Ganzheitsbegriff, der Vollständigkeit und Vollkommenheit normativ als Ziel beschreibt: “Ganzheitstopdog” nennt das der Autor. Dabei zeichnet er zunächst exemplarisch Wege und Irrwege der Ganzheits- und Gestaltmetapher nach und beschreibt dann Entwicklungslinien der Bedeutung des Fragmentbegriffs: weg von Defizit und Unselbstständigkeit hin zu Autonomie und Würde. Schließlich wirft er von diesem Hintergrund aus in seinen “Fragmenten zur Gestalttherapie” bewusst “unganzheitlich“ einige Schlaglichter auf die gestalttherapeutische Diskussion.
Schlüsselbegriffe:
Fragment(-ierung); Ganzheit(-spsychologie); Gestaltpsychologie; Totalität / totalitäre Tendenzen;
Fragment;
Holism (- psychology); Gestalt psychology; Totality/ totalitarian
tendencies ;
Lex, Heide
Zur Identität von Gestalttherapeut/innen vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftlicher Verhältnisse
About the identity of Gestalt therapists on the background of present, social conditions
Gestalttherapie 1992, 6/1, 94-102
Abstract:
In einer Diskussion des in der Theorie der Gestalttherapie enthaltenen Gesellschaftsbezuges wird unter Bezug auf den Subjektbegriff der Kritischen Psychologie gezeigt, daß der Dialektik zwischen individuellem und gesellschaftlichem Sein größere Bedeutung zukommt als gemeinhin in der Gestalttherapie betont wird. Die in der Kritischen Psychologie differenzierten subjektrelevanten Bedürfnissysteme werden beschrieben und dem theoretischen Bedürfniskonzept der Gestalttherapie gegenübergestellt. Der so entwickelte Subjektbegriff wird in Beziehung zu der bestehenden kapitalistischen Gesellschaft und ihren “krankmachenden” Prinzipien gesetzt. Es wird deutlich gemacht, wie der heutige Mensch aufgrund der ihm immanenten zwei Bedürfnissysteme über das spezifische Hier und Jetzt hinausgelangen könnte. In diesem Zusammenhang werden Fragen nach der Identität und der Motivation von Gestalttherapeuten angesprochen.
Schlüsselbegriffe:
Bedürfnis; Gesellschaft; Identität, berufliche ; Psychologie, kritische; Subjektivität;
Need;
Society; Identity, professional; Psychology, critical; Subjectivism;
Lex, Heide
Sigmund Freud - eine Einführung in die Metapsychologie
Sigmund Freud – an introduction in Metapsychology
Gestalttherapie 1993, 7/2, 6-21
Abstract:
Es wird ein an GestalttherapeutInnen gerichteter Einblick in die Triebtheorie Sigmund Freuds gegeben, der zeigt, wie Freud über die Jahre seines Schaffens hinweg diese Theorie entwickelte, modifizierte, aber nie ganz vollendete. Im einzelnen wird eingegangen auf das topische Modell, die Instanzen, das energetische Modell und die Kulturhypothesen.
Schlüsselbegriffe:
Freud, S.; Metapsychologie, psychoanalytische; Psychoanalyse;
Freud, S.; Metapsychology, psychoanalytic; Psychoanalysis;
Lex, Heide
Musik und Dichtung als kreativer Prozess
Music and poetry as a creative process
Gestalttherapie 2000, 14/1, 89-121
Abstract:
In diesem Artikel geht es um das musikalisch-poetische Potential als genuin menschliche Dimension. Die Autorin versucht zu zeigen, wie sich Musik als ein universeller Aspekt menschlichen Verhaltens manifestierte und wie sich Musik und Wort/Sprache verschränkt miteinander entwickelten bei stetig fortschreitender Strukturierung. Sie zeigt, dass Musik und Poesie über Eingrenzung und Eindimensionalität hinausreichen und innere Strukturen verändern können. Musik/Poesie kann Erkenntnis bereitstellen und uns einen Sinn im Leben, in spiritueller Hinsicht, finden lassen. Am Beispiel der Winterreise soll deutlich werden, wie ein vertonter poetischer Text als Traumarbeit erfahren werden und kathartische Wirkung haben kann.
Schlüsselbegriffe:
Kreativität; Musik; Poesie; Schubert, F.;
Creativity; Music; Poetry; Schubert, F.;
Looss, Wolfgang
Wenn Organisationen reden könnten ...
If organisations could talk …
Gestalttherapie 1999, 13/2, 26-33
Abstract:
Immer mehr GestalttherapeutInnen entdecken Organisation als beachtenswertes Phänomen - aus unterschiedlichen Gründen; auf der letzten DVG-Mitgliederversammlung wurde ein entsprechender Arbeitskreis gegründet. Der Autor plädiert für eine Vernetzung der Bereiche des individuellen Kontextes eines therapeutischen Settings mit dem sozialen Umfeld. Dabei wird auf die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Personen und Organisationen verwiesen.
Schlüsselbegriffe:
Organisationspsychologie;
Psychology of organisations;
Mehrgardt, Michael
Erkenntnistheorie und Gestalttherapie - Eine dialektische Erkenntnistheorie als Grundlage der Gestalttherapie
Epistemology and Gestalt therapy – A dialectical theory of cognition
as a basis of Gestalt therapy
Gestalttherapie 1995, 9/2, 20-35
Abstract:
Ausgehend von der Feststellung, daß der Gestalttherapie bislang eine erkenntnistheoretische Fundierung fehlte, wird eine Synthese aus Kritischem Realismus und dem Radikalen Konstruktivismus moderner Selbstorganisationstheorien skizziert, die diesem Mangel abhelfen soll. Es resultiert eine dialektische Erkenntnistheorie, die als “Kritischer Konstruktivismus” bezeichnet wird. Dabei wird die grundsätzliche Einheit von Subjekt und Objekt im Erkennensprozeß betont. Außerdem wird ein Wahrheitskriterium der Offenheit eingeführt, demgemäß Erkenntnis solange wahr ist, wie sie veränderlich bzw. vergänglich bleibt.
Schlüsselbegriffe:
Erkenntnistheorie; Konstruktivismus; Philosophie; Realismus, kritischer;
Epistemology; Constructivism; Philosophy;
Realism, critical;
Mehrgardt, Michael
Erkenntnistheorie und Gestalttherapie - Teil 2: Modelle und Maximen gestalttherapeutischen Handelns
Epistemology and Gestalt therapy – Part 2: Models and maxims of gestalt therapeutical behaviour
Gestalttherapie 1996, 10/2, 25-41
Abstract:
Im zweiten Teil eines Beitrags über die erkenntnistheoretischen Grundlagen der Gestalttherapie (erster Teil in Gestalttherapie 1995, 9/2) werden die grundlegenden Modelle und Maximen gestalttherapeutischen Handelns erörtert. Dabei wird aus einer dialektisch-transzendenten Erkenntnistheorie eine grundlegende Homogenität allen Erkennens abgeleitet, welche jegliche qualitative Überlegenheit wissenschaftlichen oder therapeutischen Erkennens gegenüber dem Alltagserkennen ausschließt. Therapeutische Maximen werden aufgezeigt, und ein dialektisches Krankheitsmodell des Leidens-am-Du und des Leidens-an-Sich wird formuliert. Abschließend wird ein Freiheitsbegriff besprochen, der sowohl die Freiheit von als auch für etwas umfaßt.
Schlüsselbegriffe:
Erkenntnistheorie; Konstruktivismus; Philosophie; Realismus, kritischer;
Epistemology; Constructivism; Philosophy;
Realism, critical;
Mehrgardt, Michael
Erkenntnistheorie und Gestalttherapie - Teil 3: Erkenntniskritik gestalttherapeutischer Konzepte
Epistemology and Gestalt therapy – Part 3: Epistemology on gestalt therapeutical concepts
Gestalttherapie 1997, 11/1, 26-42
Abstract:
Im dritten Teil eines Beitrags über erkenntnistheoretische Grundlagen der Gestalttherapie (erster Teil in Gestalttherapie 1995, 9/2, zweiter Teil in 1996, 10/2) wird eine Erkenntniskritik der zentralen theoretischen Konzepte von Perls, Hefferline und Goodman dargestellt. Angestrebt wird dabei eine erkenntnistheoretische Fundierung dieser Konstrukte und ein Beitrag zur Etablierung einer neün Perspektive in der Gestalttherapie.
Schlüsselbegriffe:
Erkenntnistheorie; Konstruktivismus; Philosophie; Realismus, kritischer;
Epistemology; Constructivism; Philosophy;
Realism, critical;
Mehrgardt, Michael
Visionen eines nieder gelassenen Psychologen - Eine Farce?
Visions of an established psychologist – A farce?
Gestalttherapie 2000, 14/1, 65-69
Abstract:
Der Autor karikiert die fiktive Situation 10 Jahre nach dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes.
Schlüsselbegriffe:
Berufspolitik; Glosse;
Politics of profession; Gloss;
Mehrgardt, Michael
Homo Solus - Doxa und Paradoxa des kulturellen Selbstverständnisses
Homo Solus - Doxa and Paradoxa of cultural conception of oneself
Gestalttherapie 2001, 15/1, 3-25
Abstract:
Der postmoderne Mensch, der Homo Solus, ist ein einsamer Steppenwolf, dem Halt gebende Beziehungen und - auf gesellschaftlicher Ebene - Sozialpartnerschaft, Gerechtigkeit und Chancengleichheit nicht (mehr?) so recht gelingen wollen.
Auch die Psychotherapie scheint mit Hilfe hoheitlicher Regelung zunehmend beziehungslos zu werden. Aber gerade in Zeiten, in denen die Psychotherapie staatlich gemaßregelt wird, benötigt diese, um nicht vollends zur Psychotechnik zu verkommen, den kritischen Blick auf ihre eigenen Prämissen. Und welche Brille gibt diesem Blick eine klarere und durchdringendere Schärfe als die gestalttherapeutische?
Besinnen wir uns also der anarchistischen Tradition des Gestaltansatzes und schauen in dem folgenden Essay auf einige Grunddimensionen menschlichen Leidens! Dadurch klärt sich der Blick für erstarrte gesellschaftliche Regeln (Doxa) und die Möglichkeiten, diese zu übertreten (Paradoxa).
Schlüsselbegriffe:
Kulturkritik; Leiden, psychisches; Macht; Philosophie; Postmoderne; Selbst; Wahrheit;
Cultural criticism; Suffering, psychic; Power; Philosophy; Postmodernism; Self; Truth;
Meier, Georg
Ganzheit und Prägnanz - Vor 100 Jahren beschrieb Christian von Ehrenfels erstmals das Gestaltphänomen
Holism and conciseness – 100 years ago Christian von Ehrenfels for the first time described the Gestalt phenomenon
Gestalttherapie 1990, 4/2, 28-43
Abstract:
Zu den frühesten Quellen der Gestaltbewegung zählt das Werk des Österreichers Christian von Ehrenfels (1859-1932). Mit seinem Aufsatz “Über Gestaltqualitäten” begründete er den Gestaltbegriff, den er als Begriff für Ganzheiten dem atomistischen Denken seiner Zeit entgegensetzte. Die Untersuchung der ursprünglichen Gestaltideen in ihrer unverfälschten Frische ermöglicht es, die Geschichte der Gestaltpsychologie nachzuvollziehen. Ehrenfels entwickelte eine eigene Gestaltphilosophie, die eine universelle Tendenz zur “Höhe der Gestalt” aufzeigt. Neben dieser Prägnanztendenz in der Gestaltstruktur ist eine weitere hinsichtlich der Ausdrucksdichte und Symbolik bedeutsam. Für die Gestalttherapie haben diese Konzepte hohe Relevanz.
Schlüsselbegriffe:
Ehrenfels, C. von; Ganzheit; Geschichte der Gestalttherapie; Gestalt; Gestalt psychologie; Prägnanz
Ehrenfels, C. von; Holism; History of Gestalt therapy; Gestalt; Gestalt psychology; Conciseness;
Mertz, J. Erik
Das Männliche und das Weibliche - Phantastische Verhältnisse - Autistisches Paradigma und psychische Eunuchisierung
The male and the female – Phantastic relations – Autistic paradigma and man’s psychic deformation towards becoming an eunuch
Gestalttherapie 2000, 14/2, 63-82
Abstract:
Eine beziehungs- und bewusstseinspsychologisch orientierte, grundlagenkritische Analyse von geschlechtlicher Identität unter modernen Bedingungen zeigt, dass das Geschlechterverhältnis erheblichen Verzerrungen unterliegt, die durch den weitgehend unreflektierten Einfluss geschlechtsneutraler Identitätsfaktoren erzeugt werden: Insbesondere die männliche Identität wird durch geschlechtsneutrale Elemente massiv deformiert (psychische Eunuchisierung), so dass sich die ohnehin fällige Emanzipation des Mannes als Vermännlichung des Mannes darstellt. Der direkte Zusammenhang von Bewusstsein, Objektivität und Autismus einerseits und männlicher Identität andererseits wird - im Kontext von anonymer Macht und personaler Beziehung - ausführlich diskutiert.
Schlüsselbegriffe:
Autismus; Bewusstsein; Beziehung; Identität, männliche; Macht; Psychologie der Geschlechter;
Autism; Consciousness; Relationship; Identity, male; Power; Psychology of
gender;
Micknat, Jochen
Danielas Duell - Grundlagen des gestalttherapeutischen Umgangs mit geistig behinderten Kindern
Danielas Duell – Basis of the gestalt therapeutical intercourse with mentally handicapped children
Gestalttherapie 2001, 15/1, 69-84
Abstract:
Einführend wird zunächst der gemeinsame Hintergrund geistig behinderter Kinder kurz dargestellt und dann ein Modell gestalttherapeutischer Arbeit auf der Grundlage von Akzeptanz, Sicherheit und Unterstützung, Konfrontation und Wachstum entwickelt. Eine parallel erzählte Fallgeschichte konkretisiert die Darstellung und dient als Beispiel für die praktische Anwendung dieses Modells.
Schlüsselbegriffe:
Behinderung, geistige; Fallstudie; Heilpädagogik; Kindertherapie;
Handicapped, mentally; Case study; Healing pedagogic; Children therapy;
Micknat, Jochen
Wachstum – Ehrenrettung eines Mythos
Growth – Rehabilitation of a myth
Gestalttherapie 2002, 16/2, 98-103
Abstract:
Der Verfasser widerspricht der Meinung, dass die Wachstumsmetapher als Schlüsselbegriff der Gestalttherapie unbrauchbar sei. Er formuliert eine Definition, indem er unterschiedliche, im biologisch abgeleiteten Wachstumsbegriff enthaltene Polaritäten beschreibt und damit Wachstum als eine Funktion des Gleichgewichtes darstellt. Wachstum wird in Beziehung zu unterschiedlichen Qualitäten von Grenzen und zu Wurzeln gesetzt und so als nicht nur quantitativer, sondern dialektischer Begriff verstanden.
Schlüsselbegriffe:
Polarität; Wachstum;
Polarity;
Growth;
Müller, Bertram
In memoriam Otto Rank und sein Werk - Eine vergessene und unschätzbare Quelle der Theoriebildung und Praxis in der Gestalttherapie
In memoriam Otto Rank and his work – A forgotten and invaluable source of theory forming and practice in Gestalt therapy
Gestalttherapie 1989, 3/2, 5-10
Abstract:
An den Psychoanalytiker Otto Rank wird anläßlich seines 50. Todestages erinnert. Ein Überblick über seinen privaten und beruflichen Werdegang wird gegeben. Auf seine theoretischen und praktischen Beiträge zur Entwicklung der Psychoanalyse wird eingegangen.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie; Rank, O.; Psychoanalyse;
History of Gestalt therapy ; Rank, O.; Psychoanalysis;
Müller, Bertram
Die therapeutische Gesamtsituation - Das theoretische und methodische Handwerk der Gestalttherapie - Eine Standortbestimmung
The therapeutical overall view – The theoretical and methodical skills of Gestalt therapy – A position fixing
Gestalttherapie 1989, 3/2, 11-23
Abstract:
In einer Diskussion von Grundsatzfragen zum Verständnis der Theorie und Praxis der Gestalttherapie wird dafür plädiert, die implizierten Spannungsverhältnisse zwischen Theorie und Praxis (Therapie als unmittelbare Begegnung versus fachkundiges Handwerk, Therapie als individuelle Hinwendung versus Bezugnahme zum Gesellschaftlichen und Allgemeinen) bewußt auszuhalten und therapeutisch zu nutzen. Die in den Thesen zum Ausdruck gebrachte Kritik an der psychoanalytischen therapeutischen Technik formuliert gleichzeitig den Anspruch der Gestalttherapie, eine historisch begründete und notwendige Korrektur in der Handhabung der heilenden Elemente in einer therapeutischen Situation zu sein. Die vielfältigen Bezüge auf das Werk von Otto Rank weisen auf eine bisher viel zuwenig erkannte und genutzte Quelle der Gestalttherapie hin.
Schlüsselbegriffe:
Rank, O.; Psychoanalyse; Theorie der Gestalttherapie
Rank, O.; Psychoanalysis; Theory of Gestalt therapy
Müller, Bertram
Anmerkungen zu: Heide Lex “Zur Identität von Gestalttherapeut/innen ...”
Comments on: Heide Lex “Zur Identität von Gestalttherapeut/innen … / About the identitiy of Gestalt therapists … „
Gestalttherapie 1992, 6/1, 103-105
Abstract:
In einer Kritik des Beitrags “Zur Identität von Gestalttherapeut/innen vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftlicher Verhältnisse” von H. Lex (im gleichen Heft) wird gezeigt, daß die Theorie der Gestalttherapie produktive und schöpferische Bedürfnisse des Menschen angemessen berücksichtigt. Ein Rückgriff auf die Kritische Psychologie scheint daher nicht unbedingt notwendig. Die welchselseitige Beeinflussung von Individuum und Gesellschaft wird betont.
Schlüsselbegriffe:
Bedürfnis; Gesellschaft; Identität, berufliche; Psychologie, kritische; Subjektivität;
Need; Society; Identity, professional; Psychology, critical; Subjectivism;
Müller, Bertram
Isadore Froms Beitrag zur Theorie und Praxis der Gestalttherapie
Isadore From`s contribution to theory and practice of Gestalt therapy
Gestalttherapie 1993, 7/2, 30-42
Abstract:
Isadore Froms Weiterentwicklung der Theorie des Selbst im Anschluß an Perls, Hefferline und Goodman wird skizziert, und Grundzüge seiner gestalttherapeutischen Diagnostik werden dargestellt. Am Beispiel seiner therapeutischen Arbeit mit Träumen werden praktische Konsequenzen seiner theoretischen Position erläutert. Zudem werden die theoretischen Hintergründe von Froms entschiedener Kritik an manchen für ihn fragwürdig gewordenen Entwicklungen der Gestalttherapie aufgezeigt.
Schlüsselbegriffe:
From, I.; Diagnostik; Geschichte der Gestalttherapy; Psychoanalyse; Traumarbeit;
From, I.; Diagnostic; History of Gestalt therapy; Psychoanalysis; Dream work;
Müller, Bertram; Müller-Ebert, Johanna
“Drei Schwestern aus demselben Garten” - Gestalttherapie, Gestaltberatung und Gestaltpädagogik
“Three sisters out of the same garden” – Gestalt therapy, Gestalt counseling and Gestalt pedagogics
Gestalttherapie 1988, 2/1, 57-63
Abstract:
Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen von Gestalttherapie, -beratung und -pädagogik werden aus der Theorie des Selbst abgeleitet. Dabei wird dafür plädiert, das theoretische Konzept der Gestalttherapie (Perls, Hefferline und Goodman) nicht nur als Kriterium und Grundlage der Diskussion zu benutzen, sondern vor allem der Überprüfung und dem Erfahrungsaustausch auszusetzen.
Schlüsselbegriffe:
Gestaltberatung; Gestaltpädagogik; Selbst;
Gestalt counseling; Gestalt pedagogics; Self;
Müller, Bertram; Müller-Ebert, Johanna
Wurzeln und Visionen - Was macht die Gestalttherapie zu einem wichtigen Therapieverfahren des 21. Jahrhunderts?
Roots and visions – What turns Gestalt therapy into an important therapy method of the 21st. Century?
Gestalttherapie 1997, 11/2, 72-87
Abstract:
Drei wesentliche Aspekte der gegenwärtig weit verbreiteten Verunsicherung (das sich verändernde Raum- und Zeitbewußtsein, der Verfall des bisherigen Wertesystems, die Identitätskrise) werden erörtert. Unter Rekurs auf wesentliche Grundgedanken der Gestalttherapie und die Philosophie F. Nietzsches wird deutlich gemacht, wie die Gestalttherapie offensiv darauf reagieren kann.
Schlüsselbegriffe:
Berufspolitik; Gesellschaftskritik; Identität; Nietzsche, F.; Werte;
Politics of profession; Social criticsm; Identity; Nietzsche, F.; Values;
Müller-Ebert, Johanna
Die bittersüße Erfahrung, aus dem Schierlingsbecher zu trinken – Über das Beendigen von Therapie, Beratung und helfenden Beziehungen
The bittersweet experience, to drink the hemlock – About terminating a therapy, counseling and a helping relationship
Gestalttherapie 2002, 16/2, 81-97
Abstract:
Nicht nur die Einleitung einer Therapie oder Beratung erfordert ein besonderes Handlungs- und Bewusstseinsrepertoire seitens der BehandlerInnen und BeraterInnen, sondern auch ihre Beendigung und damit die prozessorientierte und reflektierte Einleitung der Endphase. Der Artikel handelt von Beendigungswissen für den Praktiker, theoretischen und methodischen Fragen der Beendigung, von Strategien und auch von der wissenschaftlichen Diskussion über Beendigung von Therapie.
Schlüsselbegriffe:
Abschied; Beendigung der Therapie;
Farewell; Terminating of the therapy;
Müller-Ebert, Johanna; Josewski, Manfred; Dreitzel, Hans Peter; Müller, Bertram
Narzißmus - Ein Vortrag anläßlich der DVG-Tagung 1988 in Heidelberg
Narzism – A lecture on the occasion of the DVG-congress 1988 in Heidelberg
Gestalttherapie 1988, 2/2, 27-58
Abstract:
In einem dreiteiligen Vortrag wird das gestalttherapeutische Verständnis narzißtischer Prozesse dargelegt. Im ersten Teil wird anhand illustrativer Fallbeispiele eine phänomenologische Beschreibung narzißtischer Erlebens- und Verhaltensstörungen gegeben. Phasen typischer Therapieverläufe mit narzißtischen Patienten werden skizziert.
Der zweite Teil zeigt, wie das gestalttherapeutische Modell des Kontaktprozesses zur theoretischen Erklärung narzißtischer Prozesse und deren Genese genutzt werden kann. Aus diesen Überlegungen werden Implikationen für die Therapie abgeleitet.
Im letzten Teil werden unter Berücksichtigung der verschiedenen Qualitäten und Funktionen des Selbst spezifische Aspekte der Theorie der Diagnostik und Differentialdiagnostik erläutert. Es wird deutlich gemacht, daß die Kontaktunterbrechung als gewohnheitsmäßiger Ich-Funktionsverlust zu einem bestimmten Zeitpunkt des Kontaktverlaufs zu einer typischen narzißtischen Erlebnis- und Verhaltensstruktur führen muß.
Schlüsselbegriffe:
Diagnostik; Fallstudie; Ich-Funktion; Kontaktprozeß; Kontaktunterbrechung; Narzißmus; Persönlichkeitsstörung; Psychodynamik
Diagnostic; Case study; Ego-functions; Contact process; Contact interference; Narzism; Personality disorder; Psycho dynamic;
Mullen, Peter F.
Gestalt-Therapie und konstruktive Entwicklungspsychologie
Gestalt therapy and constructive development-psychology
Gestalttherapie 1991, 5/1, 58-70 (in englischer Sprache erschienen in: The Gestalt Journal 1990, 13/1, 69-90)
Abstract:
Eine Einführung in die konstruktive Entwicklungspsychologie und deren Implikationen für die Gestalttherapie wird gegeben. Ausgehend von Piaget und den weitergehenden Arbeiten Lawrence Kohlbergs zum moralischen Denken werden die darauf aufbauende entwicklungspsychologische Anwendung auf die Psychotherapie von Robert Kegan und die den Begriff der Biographie und ihre Themen behandelnde Arbeit Gil Noams in ihrer Bedeutung und Anwendbarkeit für die Gestalttherapie aufgezeigt.
Schlüsselbegriffe:
Kegan, R.; Kognition; Kohlberg, L.; Konstruktivismus; Noam, G.; Piaget, J.; Psychologie, Entwicklungs-;
Kegan, R.; Cognition; Kohlberg, L.; Constructivism; Noam, G.; Piaget, J.; Psychology, development-;
Naranjo, Claudio
Gestalttherapie als dionysischer Existentialismus (aus dem Spanischen übersetzt von Jürgen Kuhlmann)
Gestalt therapy as dionysiac existentialism (translated from Spanish by Jürgen Kuhlmann)
Gestalttherapie 1998, 12/1, 22-37
Abstract:
Der Text beschäftigt sich mit den existentialistischen Strömugen in der Gestalttherapie und richtet sein besonderes Augenmerk auf die darin enthaltenen dionysischen Elemente. Unter Rekurs auf wesentliche Grundkategorien im philosophischen Denken von Heidegger, Jaspers und Sartre entwickelt der Autor seine These, daß die Gestalttherapie, und zwar vor allem verkörpert in der Person von Fritz Perls, eine Suche nach dem Sein darstelle, die sich nicht mit einer bloß intellektuellen Lösung der Seins-Problematik zufriedengebe, sondern um die gelebte Praxis erweitert worden sei. Um den Entschluß jener dionysischen Elemente, von denen Nietzsche im Zarathustra spricht, um diesen Entschluß habe Perls sich bemüht.
Schlüsselbegriffe:
Existentialismus; Nietzsche, F.; Dionysos;
Existentialism; Nietzsche, F.; Dionysos;
Ottersbach, Günter
“Aufschieber” und “Unentschlossene”
“Postponer” and “Undecided”
Gestalttherapie 1991, 5/2, 50-64
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive werden die Probleme von Studenten beschrieben, die sich nicht entschließen können, ihr Studium zu beenden, abzubrechen oder zu wechseln. An Beispielen aus der Therapie werden die individuellen Defizite bzw. unabgeschlossenen Gestalten untersucht und therapeutische Strategien vorgeschlagen. Die gestalttherapeutischen Überlegungen zum Entstehungszusammenhang dieser Probleme werden um einen gesellschaftstheoretischen Erklärungsansatz ergänzt: Individuelle Entscheidungen gewinnen in der Lebensplanung der Einzelnen immer mehr Bedeutung, entsprechend sind individuelle Entscheidungsschwierigkeiten gravierender als früher.
Schlüsselbegriffe:
Entscheidungsfindung; StudentInnen; Versagen;
Decision making; Students; Failure;
Ottersbach, Günter
Max Reinhardt oder: Woher kommt das Dramatische in der Gestalttherapie?
Max Reinhardt or: where from does the dramatic come into Gestalt therapy?
Gestalttherapie 1992, 6/2, 5-14
Abstract:
Zur Verdeutlichung der Parallelen zwischen Gestalttherapie und Theater wird die Biographie Max Reinhardts skizziert, seine künstlerische Bedeutung umrissen und seine Theatertheorie ausführlich behandelt. Gestalttherapie ist eine dramatische Therapie; Max Reinhardt gehört zu den Menschen, die F. S. Perls nachhaltig beeindruckt und das Konzept der Gestalttherapie beeinflußt haben. Perls arbeitete als Statist am Deutschen Theater in Berlin und erfaßte intuitiv Reinhardts besondere Ideen zu Theater und Schauspielkunst. Max Reinhardt ersetzte das Theater des falschen Pathos und der gestelzten Mimik und Gestik durch authentische Gefühle und Handlungen seiner Schauspieler. Perls begriff, daß diese Art von Theater Leben von äußerster Intensität und nicht bloß Theater im Sinne von “So-tun-als-ob” war. Es lag daher nahe, die Inszenierung von Situationen als therapeutische Methode zu konzipieren.
Schlüsselbegriffe:
Inszenierung; Psychodrama; Reinhardt, M.; Technik, therapeutische; Theater;
Production; Psychodrama; Reinhardt, M.; Technique, therapeutical; Theatre;
Parlett, Malcolm
Feldtheorie - Vortrag auf dem Europäischen Gestalt-Kongreß Mai 1992 in Paris
Field theory – Lecture at the European Gestalt-Congress May 1992 in Paris
Gestalttherapie 1992, 6/2, 15-24
Abstract:
Der Eröffnungsvortrag zum 4. Europäischen Gestalttherapiekongreß im Mai 1992, in dem Kurt Lewins Beitrag zu einem Verständnis des Feldes in der Gestalttherapie herausgestellt wurde, wird wiedergegeben. In Begriffen der Feldtheorie zu denken führt den Therapeuten unvermeidlich dazu, die Makrophänomene sozialer und ökonomischer Veränderungen und ihre Folgen für den Einzelnen in Betracht zu ziehen. Beispiele dafür sind die Spannungen zwischen Tendenzen zur Vereinheitlichung und zur Differenzierung, der “Kulturschock”, “Zukunftsschock” sowie der “Schock durch organisatorische Umwälzungen” und ihre Auswirkungen auf das Lebens des Einzelnen sowie die Notwendigkeit, sowohl mit dem umfassenderen Feld oder Lebensraum des Patienten zu arbeiten als auch mit seinen vordergründigen Angelegenheiten. Die Flexibilität gestalttherapeutischer Methoden paßt gut zum Feld, wenn man es sich geschichtet vorstellt oder in immer weitere Rahmen gestaffelt. TherapeutIn und KlientIn bewegen sich dabei gemeinsam durch den Lebensraum. Der Vortrag schließt mit einer Betrachtung des reichhaltigen und sich verändernden Feldes der Gestalttherapie und der Erkenntnis Lewins, daß Personen nicht von ihrem Umfeld getrennt werden können.
Schlüsselbegriffe:
Feldtheorie; Gestaltpsychologie; Lewin, K.; Psychologie, ökologische; Techniken, therapeutische;
Theory of
the field; Gestalt psychology; Lewin, K.; Psychology, ecological; Technique,
therapeutical;
Pauls, Helmut
Das “innere Kind” und die Entwicklung des Selbst - Mit programmatischen Anmerkungen zu Entwicklungspsychologie, Säuglingsforschung und Gestalttherapie
The “inner child” and the development of the self – Including programmatic comments on development-psychology, baby research and Gestalt therapy
Gestalttherapie 1994, 8/1, 19-36
Abstract:
Es wird für eine stärkere Einbeziehung der Entwicklungspsychologie in den Gestaltansatz plädert, die eine gestalttherapeutisch bzw. klinisch relevante humanistische Entwicklungspsychologie mit engem Bezug zu einer differenzierten Störungs- und Krankheitslehre als Ziel haben sollte. Anhand neuerer Perspektiven der empirischen Säuglingsforschung wird zunächst auf deren therapeutische Relevanz hingewiesen. Anschließend wird das Modell Daniel Sterns zur Frühentwicklung des Selbst vorgestellt. Mit poetischen und mythologischen Amplifikationen und Spekulationen zur Pathogenese werden Bezüge zur gestalttherapeutischen Arbeit hergestellt.
Schlüsselbegriffe:
Psychologie, Entwicklungs-; Psychopathologie; Säuglingsforschung; Selbst; Stern, D.;
Psychology, development-; Psycho-pathology; Baby research; Self; Stern, D.;
Pauls, Helmut
Das therapeutische Band
The therapeutical link
Gestalttherapie 1997, 11/1, 43-56
Abstract:
Aus philosophischer Perspektive wird der Frage nach den heilenden Faktoren im therapeutischen Beziehungsgeschehen nachgegangen. Nach der Bestimmung allgemeiner existentieller Grundlagen des menschlichen Miteinander, dessen Spezialfall die therapeutisch helfende Beziehung ist, wird die Therapeut-Patient-Beziehung erörtert. Vor dem Hintergrund verschiedener Zugänge zum Phänomen Krankheit werden spezifische therapeutische Grundhaltungen einer existentiell ausgelegten Gestalttherapie formuliert.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Krankheit;
Relationship, therapeutical; Illness;
Pauls, Helmut; Diethelm, Karl
“Du scheißt mich an!” - Zur Einführung von Gestaltherapie in einem Kinderheim
„You are diddling me“– An introduction of Gestalt therapy in a children`s home
Gestalttherapie 1992, 6/2, 44-57
Abstract:
Erfahrungen mit einem gestalttherapeutischen Ansatz in der heilpädagogisch-psychotherapeutischen Arbeit mit psychisch schwer gestörten Kindern und Jugendlichen in einem Kinderheim werden dargestellt. Die Vernetzung gestalttherapeutischer Arbeit in der Einzeltherapie mit dem Heimalltag sowie mit schulischen und heilpädagogischen Belangen wird unter Heranziehung von Fallbeispielen verdeutlicht. Gestalttherapeutische Beiträge zur Kooperation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener pädagogischer und therapeutischer Bereiche werden beleuchtet. An einem Fallbeispiel werden wesentliche Aspekte der Gestaltkindertherapie aufgezeigt.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Gestaltpädagogik; Heimerziehung; Kindertherapie;
Case
study; Gestalt pedagogics; Upbringing in a home; Children therapy;
Perls, Fritz
Gestalt als Lebensphilosophie (Zusammenstellung: Reinhard Fuhr)
Gestalt as philosophy of life (Survey: Reinhard Fuhr)
Gestalttherapie 1987, 1/1, 17-24
Abstract:
Der Philosoph Fritz Perls ist gegenüber dem Gestalt-Magier fast in Vergessenheit geraten. Mit dieser Zusammenstellung von philosophischen Aussagen Perls' soll darauf hingewiesen werden, daß die Gestalttherapie auf einem revolutionären Denkansatz gegründet ist, dessen formende Kraft auch in der Gestaltszene nur selten zum Tragen kommt. Die Aussagen Perls' zur Erkenntnismöglichkeit des Menschen, zur Ganzheit der Person in ihrem Eingebundensein in ein universelles Feld, zur Entwicklungs- und Lernfähigkeit und zum schwierigen Verhältnis des einzelnen zur Gesellschaft blieben rudimentär und fordern zur Differenzirung und Aufarbeitung heraus.
Schlüsselbegriffe:
Erkenntnistheorie; Holismus; Nichts; Perls, F. S.; Philosophie Weltbild;
Epistemology; Holism; Nothing/ Nonexistence; Perls, F.S.; Philosophy conception of life;
Perls, Friedrich S.
Planvolle Psychotherapie (Planned Psychotherapy) - Herausgegeben und annotiert von Laura Perls
Planned Psychotherapy – Edited and commented by Laura Perls
Gestalttherapie 1996, 10/1, 26-41 (in englischer Sprache erschienen in: The Gestalt Journal 1979, 2/2, 5-23)
Abstract:
Ein Vortrag, den F. Perls Ende 1946 oder Anfang 1947 nach seiner Ankunft in New York gehalten hatte und der 1979 in englischer Sprache publiziert wurde, wird erstmals in deutscher Sprache vorgelegt. Der Aufsatz, in dem Perls seine Vorstellungen von Psychotherapie darstellt, wird als ein wichtiger Text aus der unmittelbaren Vorgeschichte des Entwurfs der Gestalttherapie angesehen.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie;
History of Gestalt therapy;
Perls, Lore
Leben an der Grenze - Ein Gespräch mit Milan Sreckovic
Life at the border – A discussion with Milan Sreckovic
Gestalttherapie 1988, 2/1, 5-11
Abstract:
In einem Gespräch, das im September 1987 in Köln stattfand, geht Lore Perls sowohl auf einige für sie grundlegende Konzepte als auch auf die philosophischen, gestaltpsychologischen und psychoanalytischen Einflüsse auf die Gestalttherapie ein. Darüber hinaus werden Fragen zur Praxis, Ausbildung, Institutionalisierung und Geschichte der Gestalttherapie angesprochen.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie, Gestaltpsychologie; Philosophie; Psychoanalyse;
History
of Gestalt therapy ; Gestalt psychology; Philosophy; Psychoanalysis;
Petermann, Frank
Zur Dynamik narzißtischer Beziehungsstruktur
Thoughts on the dynamics of narcissistic relationship structures
Gestalttherapie 1988, 2/1, 31-41
Abstract:
Aus gestalttherapeutischer Perspektive werden psychoanalytische Konzepte über narzißtische Störungen erweitert, indem deren Phänomenologie als Interaktionsstruktur in Beziehungen und als eine spezifische Kontaktqualität beschrieben wird. Ausgehend vom Begriff des “expanded self” wird diese Beziehungsdynamik skizziert und ein Erkennungsraster zur Selbst- und Fremddiagnose narzißtisch geprägter Beziehungsformen entwickelt. Die psychodynamische Entwicklung und die Funktion der Idealisierung in diesem Prozeß werden dargelegt. Abschließend werden Störungen in der Therapeut-Klient-Beziehung unter dem Gesichtspunkt narzißtischer Konfluenz diskutiert.
Schlüsselbegriffe:
Beziehung, therapeutische; Narzißmus; Persönlichkeitsstörung
Relationship, therapeutical; Narzism; Personality disorder;
Petermann, Frank
Idealität, Narzißmus, Homosexualität
Ideality, Narzism and Homosexuality
Gestalttherapie 1992, 6/1, 61-93
Abstract:
Narzißtische Störungen werden auf eine Störung der Idealität zurückgeführt, die in ihre individuellen und gesellschaftlichen Verschränkungen aufgefächert wird. Entscheidend ist hierbei die Abbildung des interaktionellen Feldes, in dem narzißtische Beeinträchtigungen ihre Zerstörungskraft erst entwickeln können. Schwerpunkt und Beispiel ist der Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen Situation homosexueller Männer und ihrem persönlichen Beziehungsgefüge. Gängige Ideologien über Homosexualität werden in einen neuen Zusammenhang gestellt und entmystifiziert.
Schlüsselbegriffe:
Homosexualität, männliche; Idealisierung; Konfluenz; Narzißmus; Persönlichkeitsstörung; Verhalten, sexuelles;
Homosexuality, male; Idealization; Confluence; Narzism; Personality
disorder; Behaviour, sexual;
Petzold, Hilarion G.
Der “Blick von innen” und der “Blick von außen” - Some comments nach 28 Jahren in der deutschsprachigen Gestaltarbeit zu Lannie Peytons “Gestalttherapie zwischen politischer Profilierung und Harmlosigkeit”
The “inner view” and the “outer view” – Some comments after 28 years in german-speaking Gestalt work to Lannie Peytons “Gestalttherapie zwischen politischer Profilierung und Harmlosigkeit / Gestalt therapy between political profiling and harmlessness ”
Gestalttherapie 1997, 11/2, 99-125
Abstract:
Der Autor setzt sich kritisch mit dem im Titel genannten Vortrag Peytons (Gestalttherapie 1996, 10/2, 14-24) auseinander. Er geht dabei speziell auf die Geschichte der Gestalttherapie in Deutschland ein und thematisiert eine Reihe theoretischer Fragen, die er innerhalb der Gestalttherapie für nicht oder nur unbefriedigend beantwortet hält.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie ; Integrative Therapie; Theorie der Gestalttherapie;
History of Gestalt therapy; Integrative Therapy; Theory of Gestalt therapy;
Petzold, Hilarion G.
Sinn und Sinnfindung – Gestalttheoretische, integrative und differentielle Perspektiven zu transversalem, polylogischem Sinn
Meaning and finding a meaning – Gestalt theoretical, integrative and differential perspectives to transversalem, polylogical meaning
Gestalttherapie 2002, 16/1, 52-99
Abstract:
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem für die Psychotherapie hochrelevanten Thema des “Sinnes”. In Auseinandersetzung mit verschiedenen Sinnkonzeptionen – besonders denen der Gestalttherapie und Gestalttheorie – wird eine integratives und differentielles Modell “pluralen Sinnes” vorgestellt, das den gegenwärtigen kulturellen Bedingungen der Globalität einer “transversalen Moderne” entsprechen könnte: Es gibt nicht einen oder den Sinn, es gibt vielfältige Sinnkonzepte, die aus vielfältigen Diskursen, aus den Konsens- und Dissensentscheidungen von Ko-respondenzprozessen emergieren, die in Polylogen gewonnen werden – ein Konzept, das mit Bakhtin und Levinas die theologisierende Buber’sche Dialogik überschreitet. Die Mehrperspektivität und Vielstimmigkeit von Polylogen bietet die Chance, in einer pluriformen Kultur und in interkulturellen Settings miteinander in guter Weise leben und arbeiten zu können.
Schlüsselbegriffe:
Hermeneutik; Sinn
Hermeneutic; Meaning;
Peyton, Lannie
Gestalttherapie zwischen politischer Profilierung und Harmlosigkeit - Streiflichter der Entwicklung der Gestalttherapie in der BRD
Gestalt therapy between political profiling and harmlessness – Sidelights on the development of Gestalt therapy in the FRG
Gestalttherapie 1996, 10/2, 14-24
Abstract:
Vor dem Hintergrund der sechziger und siebziger Jahre werden einige Entwicklungslinien der Gestalttherapie nachgezeichnet. Dabei wird gezeigt, daß der damalige explizit politische Anspruch der Gestalttherapie nach Entfaltung der Persönlichkeit und Selbstorganisation heute in der gesundheitspolitischen Auseinandersetzung wieder große Bedeutung gewinnt. Es wird darauf hingewiesen, daß der Gestalttherapie gegenwärtig - ähnlich wie der Psychoanalyse in der Vergangenheit - eine Aushöhlung ihrer gesellschaftskritischen und aufklärerischen Ansprüche droht. Außerdem wird die Ansicht vertreten, daß Gestalttherapeuten in diesem Zusammenhang einen Beitrag zur Beantwortung wichtiger aktueller Fragen leisten können. Es wird für wichtig erachtet, den Vorwurf der Anti-Intellektualität und der individuellen Selbstbezogenheit hinter sich zu lassen.
Schlüsselbegriffe:
Berufspolitik; Geschichte der Gestalttherapie; Gesellschaftskritik;
Politics of profession; History of Gestalt therapy; Social criticsm
Portele, Heik
Gestalt-Theorie, Gestalttherapie und Theorien der Selbstorganisation
Gestalt-Theory, Gestalt therapy and theories of self organisation
Gestalttherapie 1987, 1/1, 25-29
Abstract:
Ausgangspunkt ist das 'Herzstück' der Gestalt-Psychologie, der “Grundsatz der natürlichen Ordnung“ (wie Wolfang Metzger das nannte). Darin wird “Gestalt” als etwas definiert, das sich ohne fremden Zwang von außen und autonom organisiert. In den heutigen Selbstorganisationstheorien, vor allem in der Theorie der Autopoiese von Maturana und Varela wird diese Autonomie-These ebenfalls vertreten. Einige Konsequenzen der Autonomie-These, die Fritz Perls durchaus sah, zeigen das revolutionäre Potential der Gestalttherapie.
Schlüsselbegriffe:
Gestaltpsychologie; Selbstorganisation; Autopoiese; Autonomie
Gestalt
psychology; Self organisation; Autopoiese; Autonomy;
Portele, Heik
Psychotherapie ist keine “Ausübung von Heilkunde“ sondern ...
Psychotherapy is not a “practice of healing“ but ...
Gestalttherapie 1988, 2/1, 12-18
Abstract:
Ausgehend von einer kritischen Analyse des Verständnisses von “Heilen” im mechanistischen und medizinischen Weltbild werden Zusammenhänge zwischen Psychotherapie und Konzepten des Heilens erläutert. Anhand von sechs Thesen, die sich an modernen systemtheoretischen Überlegungen und einer konstruktivistischen Epistemologie orientieren, wird eine neue Perspektive von psychotherapeutischer Beratung skizziert.
Schlüsselbegriffe:
Heilkunde; Konstruktivismus; Krankheitsbegriff; Modell, medizinisches; Wachstum;
Medicine; Constructivism; Conception of illness; Model, medical; Growth;
Portele, Heik
Gestalttherapie und Psychotherapieforschung
Gestalt therapy and Psychotherapy research
Gestalttherapie 1988, 2/2, 69-77
Abstract:
Ausgehend von einem Überblick über die Geschichte der Psychotherapieforschung werden Ergebnisse von Meta-Analysen zur Effektivität von Psychotherapie unter besonderer Berücksichtigung der Gestalttherapie dargestellt und aus einer methodischen Perspektive kritisiert. Es wird deutlich gemacht, daß Psychotherapie nicht als ein Muster von Ein- und Auswirkungen untersucht werden kann, sondern Rückkoppelungsschleifen durch eine sequentielle Erfassung therapeutischer Verläufe beachtet werden müssen. Auf die Wirkung von Placebobehandlungen wird eingegangen.
Schlüsselbegriffe:
Effektivität von Psychotherapie; Erfolgskontrolle; Forschung, experimentelle; Metaanalyse; Plazebo; Psychotherapieforschung;
Efficaciousness of psychotherapy; Result review; Research, experimental;
Meta-anlaysis; Plazebo; Psychotherapy research;
Portele, Heik
Gestalttherapie und Selbstorganisation
Gestalt therapy and self-organisation
Gestalttherapie 1989, 3/1, 5-15
Abstract:
Bezüge zwischen Theorien der Selbstorganisation und der Gestalttherapie werden deutlich gemacht. Es wird gezeigt, daß im Anarchismus und in der Gestaltpsychologie bereits grundlegende Prinzipien der Selbstorganisation enthalten sind. Anhand der Selbstorganisationstheorie der Autopoiese von Maturana und Varela werden weitere Implikationen für die Gestalttherapie skizziert. Dabei wird auf die Konzepte Autonomie, operationale Abgeschlossenheit, Selbstreferentialität, konstruktivistische Epistemologie, Verantwortung, Nichtvorhersehbarkeit, Grenzbildung und strukturelle Koppelung eingegangen.
Schlüsselbegriffe:
Anarchismus; Autonomie; Autopoiese; Erkenntnistheorie; Konstruktivismus; Maturana, H.; Selbstreferentialität; Systemtheorie
Anarchism; Autonomy; Autopoiese; Epistemology; Constructivism; Maturana, H.; Self referentialial; Systemic Theory;
Portele, Heik
Feld und Interdependenz - Zu den Grundlagen der Gestalttherapietheorie bei Lewin und Bourdieu
Field and Interdependency – On the basis of Gestalt therapy theory according to Lewin and Bourdieu
Gestalttherapie 1990, 4/2, 17-27
Abstract:
Ausgehend von einer Zusammenfassung wesentlicher Grundzüge der Feldtheorie von K. Lewin wird gezeigt, wie insbesondere sein Konzept der Interdependenz in die Gestalttherapietheorie von Perls und Goodman aufgenommen und erweitert wird. Darüber hinaus wird auf dem Hintergrund der Feldtheorie des französischen Soziologen P. Bourdieu die These vertreten, daß die Gestalttherapie mit den wesentlichen Grundsätzen der Heilkunde nicht vereinbar ist.
Schlüsselbegriffe:
Aktionsforschung; Bourdieu, P.; Feld; Feldtheorie; Gruppendynamik; Heilkunde; Interdependenz; Lewin, K.; Modell, medizinisches
Research of action; Bourdieu, P.; Field; Theory of field; Group dynamic; Medicine; Interdependency; Lewin, K.; Model, medical;
Portele, Heik
Psychotherapieforschung ja, aber wie?
Psychotherapy research yes, but how?
Gestalttherapie 1992, Sonderheft Forschung, 96-102
Abstract:
Es wird erörtert, welche Form Psychotherapieforschung im Rahmen der Gestalttherapie annehmen kann. Zunächst wird die These begründet, daß angeblich objektive wissenschaftliche Aussagen, die nach den herkömmlichen Verfahren gewonnen werden, politische Aussagen sind. Anschließend wird Psychotherapie als Erzählen von Geschichten und Veränderung von Geschichten beschrieben. Es werden Hinweise gegeben, wie man Psychotherapieforschung als Erzählen von Geschichten von Geschichten betreiben kann.
Schlüsselbegriffe:
Forschungsmethoden; Psychotherapieforschung; Wissenschaftstheorie;
Research
methods; Psychotherapy research; Theory of science;
Portele, Heik
Anarchistische Grundlagen der Gestalttherapie
Anarchical basis of Gestalt therapy
Gestalttherapie 1993, 7/2, 22-29
Abstract:
Nach einem kurzen Hinweis auf das “linke” Engagement von Fritz und Laura Perls wird der Anarchismus bei Paul Goodman, Gustav Landauer und Martin Buber herausgearbeitet, die alle drei die Perls stark beeinflußt haben.
Schlüsselbegriffe:
Anarchismus; Buber, M.; Goodman, P.; Landauer, G.; Geschichte der Gestalttherapie; Perls, F. S.; Perls, L.;
Anarchism; Buber, M.; Goodman, P.; Landauer, G.; History of Gestalt therapy; Perls, F. S.; Perls, L.;
Portele, Heik
Martin Buber für Gestalttherapeuten - Fritz und Laura Perls und Buber
Martin Buber for Gestalt therapists - Fritz and Laura Perls and Buber
Gestalttherapie 1994, 8/1, 5-15
Abstract:
Die Beziehung zwischen den Gründern der Gestalttherapie, Laura und Fritz Perls, und Martin Buber wird dargestellt, und der mögliche Einfluß von Bubers Begriff “Begegnung“ auf den Begriff “Kontakt“ in der Gestalttherapie wird diskutiert. Dabei wird gezeigt, daß das Judentum und der Chassidismus für die Gestalttherapie von entscheidender Bedeutung waren, ebenso das Dialogische Prinzip von Buber. Eine Kurzbiographie Bubers wird abschließend vorgelegt.
Schlüsselbegriffe:
Begegnung; Buber, M.; Chassidismus; Geschichte der Gestalttherapie ; Kontakt; Judentum; Perls, F. S.; Perls, L.; Philosophie;
Encounter; Buber, M.; Chassidism; History of Gestalt therapy; Contact; Judaism; Perls, F. S.; Perls, L.; Philosophy;
Portele, Heik
Selbst und Nicht-Selbst
Self and Non-self
Gestalttherapie 1995, 9/1, 27-36
Abstract:
Die gestalttherapeutische Konzeption vom Selbst und vom Nichtselbst wird im Überblick erörtert. Ausgehend von der Frage “Wer bin ich?” wird das Selbst als Illusion und als Prozeß erörtert. Es wird gezeigt, daß ein Selbst voraussetzt, daß unterschieden wird zwischen Selbst und Umwelt. Dann wird auf die Frage eingegangen, wie Selbstorganisationssysteme diese Unterscheidung treffen und wie Kinder diese Unterscheidung lernen. Es wird deutlich gemacht, daß Personen häufig der sozialen Umwelt ein Selbst präsentieren und daß dieses Selbst von der sozialen Umwelt geformt wird. Zum Abschluß werden Mythen des Selbst dargestellt.
Schlüsselbegriffe:
Gestaltpsychologie; Piaget, J.; Selbst; Selbstorganisation; Stern, D.
Gestalt
psychology; Piaget, J.; Self; Self organisation; Stern, D.
Portele, Heik
Max Wertheimer
Max Wertheimer
Gestalttherapie 1996, 10/2, 4-13
Abstract:
Aus psychologiegeschichtlicher Perspektive wird gezeigt, daß eine enge Verwandtschaft besteht zwischen der Gestalttherapie und dem, was M. Wertheimer “Produktives Denken” nannte. Wertheimers Biographie, die danach folgt, zeigt, daß Gestalttheorie für ihn mehr war als eine Theorie. Wertheimers Gestalttheorie wird von anderen Gestalttheorien abgegrenzt, und seine Theorie wird etwas ausführlicher dargestellt. Dabei wird besonders hervorgehoben, daß es sich um eine Selbstorganisationstheorie handelt.
Schlüsselbegriffe:
Geschichte der Gestalttherapie ; Gestaltpsychologie; Selbstorganisation; Wertheimer, M.;
History of Gestalt therapy; Gestalt psychology; Self organisation; Wertheimer, M.;
Portele, Heik
Was mir an der Gestalttherapie so gut gefällt
What I like most in Gestalt therapy
Gestalttherapie 1997, 11/2, 19-31
Abstract:
Sechs zentrale theoretische Aspekte der Gestalttherapie werden dargestellt und diskutiert:/1 Selbstorganisation,/2 Prozeßhaftigkeit, (3) Autonomie, (4) Ökologie, (5) mittlerer Modus, (6) Konstruktivismus. Die Beziehung dieser Aspekte untereinander wird herausgearbeitet.
Schlüsselbegriffe:
Theorie der Gestalttherapie;
Theory of Gestalt therapy;
van Praag, Daan
Gestaltdiagnose und Persönlichkeitstheorie - Überlegungen zu einer Weiterentwicklung in der Gestalttherapie
Gestalt diagnostic and personality theory – Reflections on a further development in Gestalt therapy
Gestalttherapie 1990, 4/1, 5-10
Abstract:
Ausgehend von einem Überblick über Persönlichkeitsmodelle in den psychologischen Theorien werden Aspekte einer Gestalttherapietheorie des Selbst skizziert. Dabei werden mit der Körper-, der Kontakt-, der Grenz-, der Verantwortungs-, der Identitäts- und der Gestaltbildungsfunktion sechs Bereiche unterschieden, die zusammengenommmen die Persönlichkeit ausmachen. Diagnostische Fragen zu jeder einzelnen Funktion sowie Implikationen für die Praxis der Gestalttherapie werden vorgestellt.
Schlüsselbegriffe:
Diagnostik; Persönlichkeit; Selbst; Theorie der Gestalttherapie
Dignostic; Personality; Self; Theory of Gestalt therapy;
Quirmbach, Inge-Maria
Schizophrene Erlebens- und Verhaltensweisen - Eine Fallstudie auf der Grundlage der Theorie der Gestalttherapie
Schizoid modes of experience and behaviour - A case study based on the theory of Gestalt therapy;
Gestalttherapie 1990, 4/1, 11-21
Abstract:
Am Beispiel eines Klienten stellt die Autorin die Entwicklung und den Verlauf schizophrener Prozesse mit Hilfe des gestalttherapeutischen Prozeßmodells und der Funktionen des Selbst dar. Dabei zeigt sie auf, wie durch spezifische Formen der Kontaktunterbrechung das Selbst fragmentiert wird. Es ergeben sich Hinweise für die Nutzung gestalttherapeutischer Prinzipien in der Arbeit mit Schizophrenen, wie das Akzeptieren von Widerständen und das Angebot grenzenschaffender Strukturen in einer sicheren Atmosphäre.
Schlüsselbegriffe:
Fallstudie; Grenze; Schizophrenie; Selbst; Widerstand;
Case study; Border; Schizoid personality; Self; Resistance;
Reichwein, Regine
Die Funktionalisierung des Verdrängten im Konzept der Autopoiese
Functionlizing of the repressed in the concept of Autopoiese
Gestalttherapie 1989, 3/1, 30-46
Abstract:
Die mit der Entwicklung und Verfestigung patriarchaler Strukturen einhergehende Abspaltung, Ausgrenzung, Verdrängung und Projektion von Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Vernichtung und Chaos bewirken die gleichzeitige Ausbildung von Phantasmen, die ihrerseits eng verknüpft sind mit der besonderen Ausprägung von nicht-korrigierbaren Annahmen in den Naturwissenschaften. Es wird gezeigt, daß sich letztere auch in dem erkenntnistheoretischen Konzept der Autopoiese wiederfinden. Daher erhält dieser Ansatz die kulturhistorisch gewachsenen Abspaltungs- und Verdrängungsprozesse aufrecht. Eine Integration des Konzepts der Autopoiese in die Gestalttherapie führt aus diesen Gründen nicht zu einem tieferen Verständnis psychotherapeutischer Prozesse, sondern entspricht der Aneignung eines zusätzlichen Schutz- und Abwehrmechanismus, welcher der Stabilisierung eben dieser Verdrängungen dient.
Schlüsselbegriffe:
Abwehrmechanismen; Autopoiese; Erkenntnistheorie; Konstruktivismus; Systemtheorie; Wissenschaft
Defence mechanism; Autopoise; Epistemology; Constructivism; Systemic Theory;
Science;
Reichwein, Regine
Patriarchale Machtillusionen im therapeutischen Alltag
Patriarchal power-illusions in therapeutic routine
Gestalttherapie 1994, 8/1, 69-84
Abstract:
Es wird die These vertreten, daß mit den für unsere Kultur typischen Denk- und Handlungsmustern (patriarchalisch-lineares Denken und die damit verbundenen Spaltungen) eine Illusion von “Macht“ einhergeht, die sich auf die gestalttherapeutische Arbeit behindernd auswirkt. “Macht” wird verstanden als beziehungsorientierter Begriff, dem die Abspaltung und Abwehr von Begehren sowie einschränkende Denks